Amaranth
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Die Hauptanbaugebiete für Amaranth sind Mexiko, Peru, Argentinien, Bolivien, Indien und die angrenzenden Länder, sowie auch Süd-USA. Inzwischen wird Amaranth auch in Österreich und Deutschland mit Erfolg angebaut, ist dort aber immer noch selten. | Die Hauptanbaugebiete für Amaranth sind Mexiko, Peru, Argentinien, Bolivien, Indien und die angrenzenden Länder, sowie auch Süd-USA. Inzwischen wird Amaranth auch in Österreich und Deutschland mit Erfolg angebaut, ist dort aber immer noch selten. | ||
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Amaranth kommt mit wenig Wasser aus und anspruchslos an den Boden. Er verwildert leicht. Außer als Nahrungspflanze wird Amaranth auch als Zierpflanze angebaut. | Amaranth kommt mit wenig Wasser aus und anspruchslos an den Boden. Er verwildert leicht. Außer als Nahrungspflanze wird Amaranth auch als Zierpflanze angebaut. |
Version vom 17:07, 16. Sep 2006
Verträglichkeit
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Amaranth (Amaranthus) ist eine Gattung der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).
Amaranth wird in den Anden bis hinein in das Verbreitungsgebiet des Degus in mehreren Arten angebaut. Es ist möglich, daß Amaranth dort schon seit Jahrhunderten angebaut wird und Degus von dem Anbau profitierten. Aber auch so ist Amaranth ein sehr guter Ersatz für Getreide, da er ein sehr ausgeglichenes Aminosäurenverhältnis hat. Weiterhin hat er wie auch Soja einen hohen Anteil an Aminosäuren, die sonst in Pflanzen selten vorkommen. Der Mineralstoffgehalt ist außergewöhnlich hoch. Sein hoher Energiegehalt kommt durch einen hohen Anteil an Fett und Eiweiß zustande. Das Fett wiederum besteht fast zur Hälfte aus der ungesättigten Fettsäure Linolen.
Amaranth wird gerne von den Degus angenommen und ist ein ausgesprochen wertvolles Futtermittel. Es ist eines der ganz wenigen Sämereien, die notfalls den vollen Sämereienanteil von 10% ausmachen können, ohne andere Sämereien. Dagegen spricht nur sein Preis.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
In Südamerika wird Amaranth schon seit Jahrtausenden angebaut. Dabei wurde es nicht nur zu Speisezwecken geerntet, sondern auch als Opfergabe gebraucht.
Bei den Inkas und Azteken gehörte Amaranth zu den Hauptnahrungsmitteln. Gleichzeitig war sie eine heilige Pflanze, in deren Quelle Inkas und Azteken große Kraft fanden. Die spanischen Eroberer versuchten, die einheimische Bevölkerung zu demoralisieren, um sie besser zum Christentum zwangsbekehren zu können, in dem sie den Amaranth verboten und die Felder, auf denen Amaranth wuchs, vernichteten. Stattdessen sollten die Indios europäische Getreidesorten anbauen. Die Folge waren 11 Millionen Tote, die an Mangelernährung starben.
Inzwischen wurde der Amaranth wiederentdeckt und weltweit verbreitet, unter anderem auch, um der hungernden Bevölkerungn der dritten Welt eine günstige Nahrugsquelle anzubieten.
Verbreitung
Die Hauptanbaugebiete für Amaranth sind Mexiko, Peru, Argentinien, Bolivien, Indien und die angrenzenden Länder, sowie auch Süd-USA. Inzwischen wird Amaranth auch in Österreich und Deutschland mit Erfolg angebaut, ist dort aber immer noch selten.
Beschreibung
Die Körner sind rund, sehr klein und gelblich. Ihr Geruch erinnert leicht an Mais.
Anbau
Amaranth kommt mit wenig Wasser aus und anspruchslos an den Boden. Er verwildert leicht. Außer als Nahrungspflanze wird Amaranth auch als Zierpflanze angebaut.
Amaranth braucht nicht gespritzt zu werden und braucht kaum Dünger. Er wird ähnlich wie Sesam und Hirse im Mähdrusch geerntet.
Nutzung
Die Körner werden gepoppt oder ungepoppt in Müslis verwendet und als Mehl in Backwaren, Babynahrung und Diätnahrung. Die Blätter einiger Arten werden als Gemüse oder Salat bereitet.
Futtereignung
Blütenstände
Die Blütenstände können als ganzes in den Degukäfig gehängt werden und bieten neben dem Futter auch Beschäftigung.
Samen
Grundanalysewerte
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Vitamine
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Aminosäuren pro 100g
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Mineralstoffe pro 100g
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Die Körner können entweder so oder als Samenstände zu den Degus gegeben werden. Es empfiehlt sich, die Samenstände an der Decke des Degukäfigs oder anderen schwer zugänglichen Stellen aufzuhängen, damit sich die Degus ihren Amaranth erarbeiten müssen. Die Körner können in der Einstreu verteilt werden. Aufgrund der kleinen Korngröße bieten sie viele Stunden Beschäftigung, bis alle Körner gefunden und gefressen worden sind.
Die Samen haben einen außergewöhnlich hohen Mineraliengehalt und deren Eiweiß enthält Aminosäuren, die sonst nur selten in Pflanzen gefunden werden, die aber lebensnotwendig für den Degu sind. Für den Degu nicht so wichtig ist der für Sämereien sehr hohe Vitamingehalt, denn erstens haben Grünpflanzen grundsätzlich mehr Vitamine wie Sämereien, zweitens kann der Degu alle enthaltenen Vitamine mit Hilfe seiner Blinddarmbakterien zur Not selbst herstellen. So sind Amaranthkörner trotz des hohen Energiegehaltes ein wertvoller Futterzusatz.
Keimlinge
Die Amaranthkeimlinge sind sogar noch wertvoller wie die Samen selbst, da ein Teil der Energie umgesetzt wird, um Vitamine und Enzyme herzustellen. Sie können als Kräuter verfüttert werden.
Blätter und Sprossen
Es gibt noch keine Erfahrungen mit Blättern und Sprossen als Futter für Degus. Da aber die Blätter und Sprossen als mineralienhaltiges Grünfutter mit Erfolg Hühnern und Kaninchen verfüttert wird, ist es sehr wahrscheinlich, daß die Blätter auch für den Degu sehr gesund und verträglich sind.
Heilwirkung
Amaranth wird aufgrund der Glutenfreiheit Zöliakiekranken und Allergikern empfohlen. Es hat einen günstigen Einfluß bei Neurodermitis. Amaranth gilt als cholesterinsenkend, was nicht verwunderlich ist, da der Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sehr hoch ist.
Sorten
Blattamaranth wird oft als Gemüse angebaut:
- Amaranthus tricolor
- Amaranthus dubuis
- Amaranthus lividus
Körneramaranth:
- Amaranthus cruentus
- Amaranthus hypochondriacus
- Amaranthus caudatus
Weblinks
- Lebensmittellexikon (http://www.lebensmittellexikon.de/a0000130.php)
- Amaranth Informationen (http://amaranth.twoday.net)
- Anbau und Nährstoff-Tabelle (http://www.nature.de/artikel/nahrung/descript/amaranth.htm)
- Bärnkrafft - Amaranthfeinkost (http://www.amarant.de/)
Literatur
Michael von Lüttwitz (2005): Amaranth für unsere Hühner; Geflügel-Börse Nr. 17