Wilde Malve
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| - | Die wilde Malve (''Malva sylvestris'') gehört zur Familie der [[Malvaceae|Malvengewächse]] (''Malvaceae''). | + | Die wilde Malve (''Malva sylvestris'' L.) ist eine [[Malva|Malvenart]] und gehört zur Familie der [[Malvaceae|Malvengewächse]] (''Malvaceae''). |
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| - | Die wilde Malve ist eine bis zu 1,2 m hohe, krautige Pflanze. Sie ist zwei- oder mehrjährig und hat rundlich, bis nierenförmige Blätter. Die Blüten sind rosaviolett, purpur oder weiß und blühen zwischen Mai und September. | + | Die wilde Malve ist eine bis zu 1,2 m hohe, krautige Pflanze. Sie ist zwei- oder mehrjährig und hat rundlich, bis nierenförmige Blätter. Die Blüten sind rosaviolett, purpur oder weiß und blühen zwischen Mai und September. Die wilde Malve stammt ursprünglich vermutlich aus Südeuropa und Asien. Sie wächst an Wegrändern und Mauern, auf Schuttplätzen, an sonnigen, trockenen und nährstoffreichen Standorten bis in 800 m Höhe. Sie ist ein [[Stickstoffzeiger]] (Fleischhauer et al. 2007; Lauber & Wagner 2006). |
| Die Blüten enthalten [[Schleimstoffe]] (bis 10 %), [[Flavonoide]] (u.a. das [[Anthocyane|Anthocyan Malvin]]) und [[Gerbstoffe]]. Die Blätter enthalten [[Schleimstoffe]] (ca. 10 %), bestehend aus [[Galactose]], [[Glucose]], [[Arabinose]], [[Xylose]] und [[Rhamnose]], sowie Galacturonsäure. Ausserdem enthalten sie [[Flavonoide]] und [[Gerbstoffe]]. | Die Blüten enthalten [[Schleimstoffe]] (bis 10 %), [[Flavonoide]] (u.a. das [[Anthocyane|Anthocyan Malvin]]) und [[Gerbstoffe]]. Die Blätter enthalten [[Schleimstoffe]] (ca. 10 %), bestehend aus [[Galactose]], [[Glucose]], [[Arabinose]], [[Xylose]] und [[Rhamnose]], sowie Galacturonsäure. Ausserdem enthalten sie [[Flavonoide]] und [[Gerbstoffe]]. | ||
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| + | In der Tiermedizin werden die Blätter und Blüten innerlich angewandt bei Entzündungen im Magen-Darm-Trakt (Reichling et al. 2005; vgl. Rabinovich 1981). Die Blüten und Blätter lassen sich unter anderem mit [[Echter Eibisch]], [[Großblütige Königskerze|Königskerze]], [[Echter Salbei]], [[Schwarzer Holunder]], [[Echte Kamille]], [[Echter Steinklee]] oder [[Leinsamen]] kombinieren. | ||
| ==Literatur== | ==Literatur== | ||
| + | * Fleischhauer, G.S. Guthmann, J. Spiegelberger, R. (2007): Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden. AT Verlag, Baden, München. | ||
| * Hiller, K. Melzig, M.F. (2003): Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. | * Hiller, K. Melzig, M.F. (2003): Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. | ||
| * Krneta-Jordi, M. (1999): Der Heilpflanzengarten im Botanischen Garten der Universität Bern. vaö-Verlag Agrarökologie Berne, Hannover. | * Krneta-Jordi, M. (1999): Der Heilpflanzengarten im Botanischen Garten der Universität Bern. vaö-Verlag Agrarökologie Berne, Hannover. | ||
| + | * Lauber, K. Wagner, G. (2006): Flora des Kantons Bern. Vom Jura zum Jungfraumassiv - 2000 Blüten- und Farnpflanzen. 4. Auflage. Haupt Verlag, Bern, Stuttgart, Wien. | ||
| + | * Rabinovich M.I. (1981): Lekarstwennie rastenija w veterinarii (Medicinal plants in veterinary medicine). Moskva, Rosselhosisdat. [nicht gesehen, zitiert in Reichling et al. 2005] | ||
| * Reichling, J. Gachnian-Mirtscheva, R. Frater-Schröder, M. Saller, R. Di Carlo, A. Widmaier, W. (2005): Heilpflanzenkunde für Tierärzte. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg. | * Reichling, J. Gachnian-Mirtscheva, R. Frater-Schröder, M. Saller, R. Di Carlo, A. Widmaier, W. (2005): Heilpflanzenkunde für Tierärzte. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg. | ||
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Aktuelle Version
Die wilde Malve (Malva sylvestris L.) ist eine Malvenart und gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae).
| Inhaltsverzeichnis |
Allgemeines
Namen
Große Käsepappel, Rosspappel
frz. mauve sauvage, grande mauve
Der Gattungsname Malva stammt aus dem Griechischen maláche. Das deutsche Wort Malve ist dagegen dem Lateinischen entlehnt.
Eignung als Futter
Die wilde Malve ist eine gute Futterpflanze. Es können sowohl Blüten, Blätter, Stängel und Samen an Kleinsäuger verfüttert werden.
Die Blüten der wilden Malve werden von Degus gerne gefressen.
Die Pflanze
Die wilde Malve ist eine bis zu 1,2 m hohe, krautige Pflanze. Sie ist zwei- oder mehrjährig und hat rundlich, bis nierenförmige Blätter. Die Blüten sind rosaviolett, purpur oder weiß und blühen zwischen Mai und September. Die wilde Malve stammt ursprünglich vermutlich aus Südeuropa und Asien. Sie wächst an Wegrändern und Mauern, auf Schuttplätzen, an sonnigen, trockenen und nährstoffreichen Standorten bis in 800 m Höhe. Sie ist ein Stickstoffzeiger (Fleischhauer et al. 2007; Lauber & Wagner 2006).
Die Blüten enthalten Schleimstoffe (bis 10 %), Flavonoide (u.a. das Anthocyan Malvin) und Gerbstoffe. Die Blätter enthalten Schleimstoffe (ca. 10 %), bestehend aus Galactose, Glucose, Arabinose, Xylose und Rhamnose, sowie Galacturonsäure. Ausserdem enthalten sie Flavonoide und Gerbstoffe.
In der Tiermedizin werden die Blätter und Blüten innerlich angewandt bei Entzündungen im Magen-Darm-Trakt (Reichling et al. 2005; vgl. Rabinovich 1981). Die Blüten und Blätter lassen sich unter anderem mit Echter Eibisch, Königskerze, Echter Salbei, Schwarzer Holunder, Echte Kamille, Echter Steinklee oder Leinsamen kombinieren.
Literatur
- Fleischhauer, G.S. Guthmann, J. Spiegelberger, R. (2007): Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden. AT Verlag, Baden, München.
- Hiller, K. Melzig, M.F. (2003): Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
- Krneta-Jordi, M. (1999): Der Heilpflanzengarten im Botanischen Garten der Universität Bern. vaö-Verlag Agrarökologie Berne, Hannover.
- Lauber, K. Wagner, G. (2006): Flora des Kantons Bern. Vom Jura zum Jungfraumassiv - 2000 Blüten- und Farnpflanzen. 4. Auflage. Haupt Verlag, Bern, Stuttgart, Wien.
- Rabinovich M.I. (1981): Lekarstwennie rastenija w veterinarii (Medicinal plants in veterinary medicine). Moskva, Rosselhosisdat. [nicht gesehen, zitiert in Reichling et al. 2005]
- Reichling, J. Gachnian-Mirtscheva, R. Frater-Schröder, M. Saller, R. Di Carlo, A. Widmaier, W. (2005): Heilpflanzenkunde für Tierärzte. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg.




