Ratte Haltung
aus Degupedia, der freien Wissensdatenbank
Hinweis: dieser Artikel ist noch im Aufbau!
Ratte Allgemeines - Ratte Anschaffung - Ratte Haltung - Ratte Pflege - Ratte Ernährung - Ratte Fortpflanzung - Ratte Gesundheit
Die Unterkunft
Anforderungen an die Unterkunft
Nagefestigkeit
Ein Käfig sollte so konstruiert sein, dass die Ratten nicht ausbrechen können. Es gibt einige Künstler unter den Ratten, die es sogar schaffen sich durch Metallkäfige zu nagen. Das sind allerdings nur wenige Tiere und meißt handelt es sich dabei um wilde Ratten oder um sogenannte "HaWis" (Halbwilde). Solche Tiere zeigen aber ganz deutlich: Je weniger Platz zur Verfügung steht, desdo größer ist der Freiheitstrieb und der damit verbundene Zerstörungsdrang. Ein Käfig mit ausreichenden Maßen, genügend Auslauf, guter Beschäftigung und ein harmonisches Rudel verhindern in der Regel große Ausbruchsversuche. Deswegen kann durchaus auch Holz als Baumaterial empfohlen werden. Metallwinkelleisten beispielsweise, unterstützen aber eine längere Haltbarkeit.
Mindestmaße
Grundsätzlich sind die Mindestmaße von den generellen Haltungsbedingungen abhängig. Leben die Tiere beispielsweise bis zu 24 frei in der Wohnung und können toben und Rennen wie sie Lust und Laune haben, so reicht ein kleiner Käfig für Wasser, Futter, Versteck- und Ruhemöglichkeiten. Bekommen die Tiere allerdings nur 1-2 Stunden Auslauf am Tag, wäre ein sehr großer Käfig vonnöten um den Tieren ihre nötigen Auslastungen trotzdem bieten zu können. 'Groß' ist ein sehr dehnbarer Begriff, den jeder für sich selbst definiert. Die Mindestmaße sorgen immer für viel Aufruhe. Die einen richten sich an die vom VdRD e.V. angegebenen Mindestmaße (http://vdrd.de/haltung/index.html), andere orientieren sich am sogenannten NoseCalc (http://www.ratside.de/haltung/kaefig/nosecalc.php). Wieder andere Rattenhalter, halten beide Varianten für zu geringe Maße. Wenn man pauschal von Mindestmaßen reden kann, so empfehlen wir doch Käfige mit den Mindestmaßen 100cm L x 50cm T x 100cm H. Wir halten eine Grundfläche bei kleineren Käfigen von 100cm Minimum für sehr wichtig, damit die Tiere eine ausreichende Lauffläche zur Verfügung haben. Größere Käfige sollten eine Grundfläche von 95cm nicht unterschreiten. Ebenso halten wir eine Tiefe von mindestens 50cm für angemessen, damit genügend Platz für Einrichtungsgegenstände vorhanden ist und diese nicht die Lauffläche einschränken.
Als optimale Mindestmaße haben sich 100cm L x 50cm T x 150cm H bewährt. Diese können beliebig erweitert werden.
Standort
- Zugluft
Ein Rattenkäfig sollte so positioniert sein, dass möglichst keine Zugluft eindringt. Die Tiere haben in der Regel nicht die Möglichkeit in einem Käfig der Zugluft auszuweichen und sind darin solchen Gefahren wehrlos ausgesetzt.
- Belüftung
Für eine ausreichende Luftzirkulation sollte immer gesorgt sein. Handelsübliche Käfige sind an meißt an mindestens 4 Seiten geöffnet. Die Luftzirkulation ist sehr gut. Werden selbstgebaute Käfige genutzt, so sollten sie so konstruiert sein, dass sie an mindestens 1 Seite vollständig offen sind und an mindestens 1 Seite mehrere Fenster besitzen. Optimal wäre es, wenn ein weiterer Teil eines oder mehrere kleine Fenster hätte. Diese Fenster können aus Türen bestehen, oder einfach nur bedrahtete Löcher sein. Bewehrt hat es sich, die komplette Frontseite mit bedrahteten Türen zu besetzen und an beiden Seiten in gesamter Höhe mehrere kleine, bedrahtete Fenster oder Türchen zu verteilen.
- Temperatur
Gerade im Sommer kann so ein Rattenkäfig sehr schnell zu warm werden. Aufgrund der Tatsache, dass Ratten eine recht hohe Körpertemperatur besitzen und gerne sehr eng zusammen liegen, kann so ewas sehr gefährlich werden. Daher ist es wichtig, dass der Käfig nicht direkt an der wärmsten Stelle im Raum steht. Auch zu kalt sollte es nicht sein, weil die Tiere eben keine Ausweichmöglichkeiten haben. Generell haben gesunde Ratten keine Probleme mit Hitze, Kälte, Wind und Regen. Es sollte ihnen aber immer frei möglich sein, selbst zu entscheiden, welchem Element sie sich aussetzen möchten. Ist es ihnen zu kalt, so sollten sie einen wärmeren Ort aufsuchen können. Ist es ihnen zu warm, so sollten sie sich abkühlen können. Ist es ihnen zu nass oder zu windig, so sollten sie einen geschützten Bereich aufsuchen können.
Unterkunftstypen
Traditionelle Konzepte
- Nagerkäfige
Nagerkäfige eignen sich grundsätzlich sehr gut für die Rattenhaltung. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Mindestmaße nicht unterschritten werden. Die Kunststoffwanne sollte zudem nicht zu hoch sein, damit eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist.
- Metallkäfige & Volieren
Auch Metallkäfige und Volieren eignen sich hervorragend für Ratten wenn die Mindestanforderungen für die Haltung eingehalten werden.
- Terrarien, Aquarien, Paludarien
Die Haltung von Ratten in Terrarien ist auch machbar. Allerdings ist es hier schwieriger für eine gute Luftzirkulation zu sorgen. Ebenso ist es aufwändiger für genügend Ebenen, Klettermöglichkeiten und anderen Abwechslungen zu sorgen. Ebenso werden Terrarien sehr schnell warm und können rasch überhitzen. Aquarien und Paludariern eignen sich grundsätzlich nicht für eine dauerhafte Haltung von Ratten aufgrund der schlechten Luftzirkulationsmöglichkeiten. Auch Aquarien können leicht überhitzen und die Anbringung von Ebenen und Klettermöglichkeiten ist aufwändig. Bei Paludarien muss zusätzlich darauf geachtet werden, dass die Tiere sichere und gute Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten zum Wasser haben um ein eventuelles Ertrinken zu vermeiden. Paludarien eignen sich erst ab einer Größe wie sie in Wohnungen kaum machbar sind für die Rattenhaltung. Dann allerdings kann darin ein tolles Paradies mit fließendem Wasser für die Tiere gestaltet werden.
Verbundene Käfige & Erweiterungen
- Vorteile/Nachteile
Das Verbinden mehrerer Käfige ist eine durchaus sinnvolle Idee. Den Tieren kann so ein toller Klettergarten gestaltet werden. Es ersetzt jedoch nicht die Mindestmaße! Eine Grundlauffläche von mindestens 100cm bei kleineren und 95cm bei größeren Käfigen kann nicht durch den Verbund mehrerer kleinerer Käfige ersetzt werden. Auch können große Käfige mit kleinen Käfigen als Aufsatz oder Zusatz erweitert werden. Dem Einfallsreichtum sind da keine Grenzen gesetzt. Gute Verbindungsmöglichkeiten sind Drainageröhren. Diese lassen sich nachden sie mit einem Fön etwas bearbeitet wurden, sehr gut in gewünschte Position verbiegen. Zudem haben sie ausgeprägte Rillen, was das Klettern auch in steileren Röhren sowohl rauf als auch runter sehr einfach macht. Sehr sinnvoll sind auch die schon vorhandenen Schlitze in den Röhren für eine gute Luftzirkulation. So können auch Käfige miteinander verbunden werden, die mehrere Meter voneinander entfernt stehen. Siehe auch Ratte_Haltung#Eigenbaue_und_Erweiterungen
Begehbare Käfige
Auch ein begehbarer Käfig ist machbar und für Ratten bestens geeignet. Ein solches Gehege lässt sich sehr gut einrichten und bietet auch ein artgerechte Zuhause für scheue Tiere, die Angst vor dem Menschen haben. Gleichzeitig ist es auch für Tiere geeignet die verhaltensgestört und aufgrund Dessen schwer händelbar sind. Für alle Tiere bietet sich Platz für genügend Klettermöglichkeiten sowie eine große Auswahl an sicheren Zufluchtsorten vor dem Menschen.
Zimmerkäfige
Ein eigenes Zimmer für Ratten in ausreichender Größe ist selbstverständlich ebenso geeignet. Es hat gegenüber dem begehbaren Käfig aber den Nachteil, dass die Tiere mehr Schaden am Raum anrichten können. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Tiere möglichst keinen Schaden am Raum anrichten können. Besonders in Mietwohnungen ist es sehr bedeutend. Leisten, Türen & Co. sollten ausreichend vor den scharfen Rattenähnen geschützt werden. Ansonsten sind hier der Kreativität freiem Lauf gesetzt! Ein Zimmer kann individuell für die Tiere eingerichtet werden und es lässt sich ganz leicht einen großen Abenteuerspielplatz der 24 Stunden am Tag geöffnet ist, daraus basteln.
Aussengehege
Auch die Außenhaltung ist durchaus möglich und für einige Tiere sicherlich weitaus artgerechter als die Innenhaltung. Bei der Außenhaltung sollte sehr darauf geachtet werden, dass die Tiere einen sehr guten, geräumigen Bau haben, der eine angenehm warme Temperatur aufweist. Dieser Bau kann mit allen möglichen Materialien zum Nestbau ausgekleidet werden - hauptsache es ist warm. Je nach dem was für Ratten drin leben, sollte aber auch über einen beheizten Bau nachgedacht werden. Leider sind viele Ratten so überzüchtet und überempfindlich, dass für sie die Außenhaltung nicht in Frage kommt. Trotzdem gibt es noch sehr viele, sehr gesunde Ratten. Oft stammen sie von Zuchten in denen die Tiere selbst entscheiden dürfen mit wem sie sich verpaaren und wo keine schwachen Tiere gepäppelt sondern aussortiert werden. Eine Gewöhnung an die Außenhaltung sollte möglichst im Sommer geschehen. Dann ist genaue Beobachtungsgabe gefragt um zu erkennen ob die Tiere sich wohlfühlen oder die Außenhaltung ungeeignet ist.
Naturgehege
Ein Naturgehege kann sowohl innen als auch besonders im Außenbereich angebracht werden. Ein Naturgehege beinhaltet fast ausschließlich Naturmaterialien. Also Materialien die kompostierbar und unschädlich bei der Verrottung sind. Den Fantasien der Einrichtung sind da keine Grenzen gesetzt. Die Natur bietet eine große Fielfalt an Einrichtungsmaterialien. Dicke Baumstämme, kleinere Äste, ganze, lebende Bäume und Sträucher. Sand, Erde, Lehm, Moose, Steine, fließend Wasser oder ein angelegter Teich. Eine Höhle aus Felsgestein, ein richtiger Rattenbau aus Erde, Stein und Lehm mit selbstgegrabenen Gängen. Nistmaterialien aus Federn, Tierhaaren, Heu und Stroh. Der Kreativität ist da eigentlich keine Grenze gesetzt. Siehe auch Ratte_Haltung#Nistmaterialien
Weitere Varianten
Eine weitere wäre ein Gehege, welches sowohl Zugang zu einem großen, gut strukturiertem, möglichst naturnah eingerichtetem Außenbereich hat, als auch in einen Innenbereich des Hauses. Dies könnte je nach Gehegegrößen, die optimalste Art der Rattenhaltung sein.
Eigenbaue und Erweiterungen
Warum selber bauen?
Selber Bauen hat den Vorteil, dass das Rattenheim viel komfortabler wird als bei einem üblichen Kaufkäfig. Die Türen sind meißtens viel zu klein, meißt sind die Käfige ausschließlich bunt und man hat keine Möglichkeit auch neutralere Stücke zu wählen. Außreichend große Käfige sind zudem meißt sehr spärlich vertreten. Hat man die Möglichkeit einen Käfig selbst zu bauen, so kann man
Wichtige Dinge, die beachtet werden sollten
Ein einfacher Eigenbau
Bilder von selbstgebauten Käfigen
Umgebaute Möbel
Auch Möbel lassen sich hervorragend umbauen. Am Besten eignen sich Kleiderschränke. Diese gibt es sehr oft günstig im Angebot. Meißt bekommt man schon für unter 100€ schöne Schränke die sich relativ einfach zum Rattenheim umbauen lassen.
IKEA
Ikeamöbel sind sehr beliebt als Eigenbau. Sie sind fast immer vorrätig und werden oft mehrere Jahre lang gebaut, so dass sie meißt für eine lange Zeit erwerblich sind.
Besonders geeignete Möbelstücke sind:
- PAX-System (mit Scharniertüren)
Die PAX-Schränke gibt es mit verschiedenen Grundmaßen [BxT] (Außenmaße): 50x60 und 100x60 auf einer Höhe von 201cm oder 236cm. Da eine Grundfläche von 50x60 für Ratten zu gering ist, eignen sich die kleinen Schränke nicht für die Rattenhaltung und es sollte auf die größere Variante 100x50 zurückgegriffen werden. Der Schrank ist in den Farben weiß, Birke, schwarzbraun, grau und Eiche erhältlich. Die günstigste Variante ist der PAX BALLSTAD [ 598.418.82 o. 998.418.80 ] mit einem Preis von 94,00€ bei 201cm Höhe und 130,00€ bei 236cm Höhe. Wenn das Grundgerüst steht, müssen nur noch wenige Umbauarbeiten geleistet werden. Die Ebenen bedürfen entweder einer vernünftigen Lackierung mit wasserfestem Lack oder man belegt sie mit Plexiglas oder Ovoklar. Die Ebenen können selbstverständlich auch gegen Siebdruckplatten ausgetauscht werden. Das erspart einem das Lackieren oder die Arbeit mit Plexiglas/Ovoklar. Guten Schutz für Langlebrigkeit leisten Aluwinkelleisten für die Kanten. An mindestens einer Stelle sollte ein Loch hinein gesägt werden, damit die Ratten von einer zur anderen Ebene kommen. Kleine Leiterchen aus Holzlatten betackert mit Kunstrasen machen sich wie von selbst. Kunstrasen ist für ca. 3€/m² in fast jedem Baumarkt erhältlich. Sinnvoll sind auch immer kleine Fensterchen an den Seiten des Schrankes einzubauen, für eine noch bessere Luftzirkulation. An den Türen braucht man lediglich die Mitte mit einer Stichsäge heraustrennen und durch Drahtgitter ersetzen. Man kann sie auch weglassen und stattdessen mehrere Törchen bauen. Einige Riegel zum Schließen noch dazu und schon kann man mit der Inneneinrichtung beginnen!
Vorteile: Der Schrank lässt sich leicht zusammenbauen. Passend zum PAX-System gibt es die KOMPLEMENT-Inneneinrichtung. Dazu gehören beispielsweise seperate Regalböden aus Holz und Glas, aber auch zwei sehr praktische Gleitschienen für eine Kunststoffbox. Diese Box lässt sich toll als große Buddelkiste verwenden und ist ganz leicht herausnehmbar und gut zu reinigen.
Nachteile: Die PAX-Schränke sind sehr schwer. Sind sie einmal zusammengebaut, lassen sie sich nur sehr schwer von A nach B transportieren. Hier können Rollen unterm Schrank etwas Abhilfe schaffen.
Sonstige umgebaute Möbel
Einrichtung der Unterkunft
Einstreu
- Parfumierte Einstreu
Parfumierte Einstreu eignet sich grundsätzlich für gar kein Tier. Sie dieht lediglich geruchsempfindlichen Menschen dazu, von den eigentlichen Gerüchen der Tiere abzulenken. Für die Tiere bedeutet solch einge künstlich parfumierte lediglich viel Stress und daraus folgender, noch stärkerer Eigengeruch der Tiere. Die meißten Tiere ekeln sich vor solchen künstlichen Gerüchen, vorallem wenn sie citrusartiger Herkunft sind. Zudem, je nach Intensität des Geruches, unterdrückt er den Eigengeruch und somit den Geruch des eigenen Revieres der Tiere. Schlussfolgerung: Die Tiere markieren umso mehr und im Endeffekt hat die parfumierte Einstreu genau das Gegenteil vom gewünschten Effekt erreicht. Zudem wurde den Tieren starker Stress zugefügt.
- Zeitungspapier
Zeitungspapier ist als Einstreu geeignet, allerdings kann sie nicht kompostiert werden. Zudem riechen die Käfige oft viel extremer und sollten daher öfter gereinigt werden. Des Weiteren kann der Urin nicht ausreichend von Zeitung aufgenommen werden wodurch ein sehr scharfer Geruch entsteht, der vermutlich den Atemwegen schaden könnte.
- Sägespäne
Sägespäne eignen sich sehr gut als Einstreu. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass sie relativ staubarm ist, da in Innenhaltung der Staub nur sehr schlecht abgebaut wird und die Tiere oft Atemwegsprobleme bekommen. Zudem gibt es leider in der Tat einige Ratten die extrem sensibel sind und mit Sägespänen nicht zurecht kommen. Warscheinlich ist diese Empfindlichkeit genetisch vererblich und ein Hinweis auf ein schlechtes Immunsystem. Hier muss eine Alternative genutzt werden. Vermutlich fördert auch eine hyper-anti-allergene Haltung, wie sie oft empfohlen wird, zu sehr sensiblen Tieren die unter recht schwachen Immunsystemen und häufigen Problemen der Atemwege leiden.
- Sand
Sand ist eher ungeeignet als Einstreu für den kompletten Käfig. Allerdings durchaus geeignet für die Toiletten. Eine Buddelkiste mit Sand, erfreut ebenso jedes Rattenherz.
- Erde
Erde eignet sich theoretisch sehr gut als Bodengrund. Es sollte aber auf natürliche Erde aus Gärten, dem Wald oder ähnlichen Herkünften zurückgegriffen werden. Abgepackte Erde aus Blumen-, Bau-, oder Supermärkten sind sehr oft mit künstigen Zusätzen wie Dünger & Co. versetzt, welche grundsätzlich ungeeignet für Tiere sind. Bei Erde empfiehlt sich grundsätzlich die Anwendung eher in Außengehegen. In Wohnungen fehlt oft die nötige Zirkulation des Bodens und die Erde müsste ständig ausgetauscht werden, was sehr aufwendig ist. In Außengehegen kann sehr gut mit Lehmerde als Bodengrund oder Teilbodengrund gearbeitet werden. Diese ermöglicht den Tieren sogar das natürliche Graben von Gängen und Bauten.
- Torf
Von Torf ist aus Naturschutzgründen grundsätzlich abzuraten!
- Hanf- und Leinstreu
Hanf- und Leinenstreu eignen sich hervorragend als Einstreu für den ganzen Käfig oder auch nur in den Toiletten. Besonders Hanfstreu ist sehr zu empfehlen, da die Pflanzen in der Regel zu 100% frei von chemischen Zusätzen sind. Denn Hanf wird völlig frei von chemischen Mitteln angebaut, da sich die Pflanze sehr gut selbst schützen kann. Man unterstützt somit also die Umwelt, wenn man Hanfstreu kauft, aufgrund des Verzichtes von chemischen Mitteln. Auch hier sollte auf eine staubarme Streu zurückgegriffen werden!
- Buchengranulat
Buchengranulat ist als Einstreu eher ungeeignet, da es aufgrund seiner Härte vermutlich unangenehm ist, sich darauf zu bewegen. Allerdings eignet es sich durchaus als Einstreu für die Toiletten.
- Holz- und Strohpellets
Sie haben eine gute Saugkraft und sind daher sehr gut geeignet für Toiletten. Als Bodengrund im Käfig sind sie weniger geeignet, da sie sehr grob und hart sind. Auf Dauer wären sie sehr unangenehm für die Tiere.
- Katzenstreu
Katzenstreu eignet sich weniger. Meißt sind chemische Zusatzstoffe in der Streu. Ratten probieren alles neue aus und nagen oder lecken auch schonmal. Im Normalfall wird allerdings nichts einfach verschluckt. Zudem ist Katzenstreu meißt extrem staubig und nach eigenen Versuchen scheint sie sogar mitunter problematisch für die Atemwege der Tiere zu sein. Aus Sicherheitsgründen sollte auf Katzenstreu verzichtet werden.
Nistmaterialien
- Heu
- Stroh
- Federn
Federn bieten tollen Schutz vor Kälte und sind zudem auch noch schön weich. Eine gute Quelle sind Jäger und/oder Förster. Federvieh wird eigentlich das Ganze Jahr über geschossen. Besonders Federn von Enten und Gänsen sind sehr warm. Wenn man ganz nett fragt, bekommt man sicherlich einige Federn geschenkt. Theoretisch ist es egal, von welchem Vogel die Federn stammen. Lediglich auf Taubenfedern sollte verzichtet werden. Diese besitzen sogenannte Puderfedern, welche bei Berührung zu feinem Staub zerfallen. Die Tauben nutzen diese zur Federpflege. Für Menschen ist dieser Staub beim regelmäßigen Einatmen lungenschädigend. Vermutlich haben Ratten das Gleiche Problem, daher raten wir grundsätzlich von Taubenfedern ab. Es gibt genügend andere Vögel die schöne weiche Federn haben die das Nest sehr gut warm halten. Auch Hühnerfedern sind wunderbar geeignet. Einfach mal bei Hühnerzüchtern die auch schlachten nachfragen. Es sollte allerdigns darauf geachtet werden, dass die Tiere kein konventionelles Hühnerfutter bekommen, da dieses oft stark mit Antibiotika zugesetzt ist. Vermutlich könnte sich dieses auch in den Federn ablagern. Für alle Federn gilt natürlich - vorher auf Ungeziefer untersuchen. Sind die Federn stark mit Ungeziefer, beispielsweise mit der Roten Vogelmilbe belastet, eignen sie sich selbstverständlich nicht als Nistmaterial.
- Tierhaare
Auch Tierhaare sind eine sehr gute Alternative. Besonders Haare von Hunden mit viel Unterwolle sind schön weich und warm. Bei Tierhaaren ist darauf zu achten, dass die Tiere (z.B. Hunde) möglichst naturnah ernährt werden und keine regelmäßigen Medikamente einnehmen. Haare von Industriefutter-gefütterten Tieren haben oft einen unangenehmen Geruch.
- Laub
Graben und Buddeln
Verstecke und Röhren
Äste und Steine
Futterplätze und Wasserstelle
- Futternapf ja oder nein?
- Wassernapf oder Flasche?
Etagen
Zubehör
Laufrad & Laufteller
Laufräder und Laufteller sind wunderbare Möglichkeiten für die Tiere, sich noch besser auszulasten. Sie ersetzen nicht den täglichen Auslauf! Sind lediglich eine gute Bereicherung. Allerdings sollten die Tiere sehr gut beobachtet werden. Stereotypisches Laufverhalten sollte vermieden werden.
- Mindestgrösse?
Der Durchmesser eines Laufrades sollte mindestens 50cm, besser mehr betragen.
- Schereneffekt
- Ausführung: welches Material? Nagefestigkeit usw.
Wasserbecken
- Baden, sich waschen
Ein ausreichend großer Wassernapf zum Trinken und Waschen ist für Ratten sehr wichtig. Ratten sind zwar regelrechte Ferkel, haben dafür aber auch durchaus Sinn für die Körperpflege und auch Hilfsmittel wie Wasser werden sehr gerne genutzt. Viele Ratten waschen sich sehr gerne mit Wasser. Vor allem das Gesicht wird sehr gründlich gewaschen. Eine Möglichkeit sich zu waschen, sollte in jedem Fall zur Verfügung stehen. Am besten eignen sich hierfür schwere Näpfe aus Ton oder Porzellan. Diese sind stetig sauber zu halten. Leider werden sie sehr häufig verschmutzt und müssen manchmal mehr mals täglich gereinigt werden. Ein erhöhter Standort verringert die Verschmutzungsgefahr.
- Wasserspiele
Wasserspiele sind eine hervorragende Möglichkeit für Ratten sich im Sommer bei zu großer Hitze abkühlen zu können. Viele Ratten suchen auch gerne Leckereien die man ins Wasser legt mit vollem Körpereinsatz. Auch tauchen einige Tiere sehr gerne. Als Gefäß eignet sich hervorragend die Unterschale eines handelsüblichen Käfigs. Die Größe spielt da keine Rolle, denn auch hier gilt wieder: Je größer, desdo besser! Je größer und tiefer das Wasser ist, desdo mehr Möglichkeiten haben die Tiere. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass keine Tiere zu Schaden kommen. Wenn die Möglichkeit des Ertrinkens besteht, aufgrund der Wassertiefe, sollten die Tiere vorsichtshalber nicht unbeaufsichtigt bleiben und gut beobachtet werden. Hier können an einigen Stellen auch Steine ins Wasser gelegt werden, so dass die Tiere wieder Boden unter den Füßen haben, an anderen Stellen aber durchaus die Möglichkeit haben richtig zu tauchen oder sogar zu schwimmen.
Sandbad
Sandbäder sind eine willkommene Abwechslung für Ratten. Sie brauchen Sand nicht für die Fellpflege wie beispielsweise Mongolische Rennmäuse, buddeln aber durchaus sehr gerne in Sand. Siehe auch Ratte_Haltung#Buddelkiste
Wärmequellen & Beleuchtung
- Heizmatten, Wärmelampen, Heizsteine und Co. Sinnvoll?
Wärmequellen sind in der Regel nur in Außenhaltung notwendig. Normale Haltung in üblichen Wohnungen erfordert keine zusätzlichen Wärmequellen. In der Regel ist die Lichtzufuhr völlig ausreichend. Es sollte allerdings immer darauf geachtet werden, dass der Käfig keiner direkten Beleuchtung ausgesetzt. Ratten bevorzugen eher dezentes Licht und mögen keine grellen Lichtverhältnisse. Wärmelampen sind nur dann erforderlich, wenn kranke Tiere zu pflegen sind. Aber auch hier muss sichergestellt werden, dass die Tiere eine Ausweichmöglichkeit haben und frei wählen können zwischen einer beheizten oder beleuchteten Stelle und einer neutralen.
Buddelkiste
Eine Buddelkoste sollte niemals fehlen. Ratten buddeln unheimlich gerne. Um ihrem Bedürfniss zu Buddeln nachgehen zu können, eignet sich hervorragend eine Buddelkiste. Diese kann die verschiedensten Bodengründe haben. Sowohl Sand, Erde, als auch verschiedene Kleintierstreu sind bestens geeignet. Als Buddelkiste eignen sich Aquarien aber auch ganz normale Kisten aus beispielsweise Kunststoff oder Holz. Die Tiere haben so eine wunderbare Beschäftigung und können ihren natürlichen Grabetrieb gut ausleben. Optimal wäre ein großes Aquarium mit viel Lehm, in dem die Tiere sich richtige Gänge bauen können.
Heuraufe und Co.
Heuraufen sind durchaus geeignet. Die Verletzungsgefahr ist in der Regel gering und wird oft überschätzt. Die Gitterabstände von Metallheuraufen sind meißt zu groß um eine Verletzungsgefahr darzustellen. Metallheuraufen lassen sich oft sehr schnell und einfach an jedem Gitterkäfig anbringen und mit Heu und ähnlichen Materialien befüllen. Viele Ratten legen sich sehr gerne in die vollen Heuraufen. Aber auch Heuraufen aus Holz sind sehr gut geeignet. Einige Raufen wie beispielsweise Heuraufen in X-Form bieten tolle Abwechslungsmöglichkeiten für Ausläufe. Diese lassen sich auch wunderbar, platzsparend verstauen.
Hängematten, Kuschelhäuser & Co
Hängematten sollten eigentlich in keinem Rattenheim fehlen. Die meißten Tiere lieben es darin zu liegen. Ob alleine, oder zu mehreren aufeinander - Hängematten sind einer der beliebtesten Einrichtungsgegenstände! Die Größe kann beliebig an das Rattenheim angepasst werden. Es können auch gleich mehrere aufgehangen werden. Als Hängematten eignen sich hervorragend Handtücher aller Art und Größe. Hier können auch wunderbar Reste verwertet werden. Es muss nicht gleich Geld ausgegeben werden. Alte Handtücher mit oder ohne Löcher, Putzlappen, Bettlaken, alte Decken, Geschirrtücher oder zurecht geschnittene, alte Kleidung. Alles kann wunderbar als Hängematte verwendet werden. Auch sogenannte Kuschelhäuschen sind sehr beliebte Rückzugsorte. Meißt liegen die Tiere zu mehreren darin und oft wirken sie sehr überfüllt. Ratten schlafen sehr gern eng zusammen gekuschelt. Ein Kuschelhaus oder eine Hängematte ist da bestens geeignet! Sowohl Hängematten als auch Kuschelhäuser können problemlos mit handelsüblichen Gardinenclips an den Wänden und Decken des Käfigs aufgehangen werden. Sollten keine Aufhängemöglichkeiten vorhanden sein, so kann man sich relativ einfach Abhilfe schaffen. Einfach Haken in die gewünschte Position drehen oder Draht an die jeweiligen Stellen tackern.
Kletterseile
Kletterseile bieten den Tieren eine tolle Möglichkeit ihre Kletterkünste auszulasten. Ratten können sehr gut balancieren und es ist immer wieder faszinierend, wie gut sie das, selbst bei Übergewicht können. Der Schwanz dient hier als eine sehr gute Hilfestellung und wird zum Ausgleich der Balance und zum Festhalten benutzt. Dicke Taue aus Naturseilen eignen sich hervorragend zum Anbringen im Käfig und im Auslauf.