Diskussion:Tiny House Movement
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Interview mit Andrew Martin (Video)
Im Video geht es um ein Interview mit Andrew Martin, der lange Zeit in der Finanzbranche arbeitete, bevor er zum Nachdenken und Umdenken kam und seine Lebensweise umkrempelte und so zur Tiny House Bewegung und zur Permakultur fand:
https://www.youtube.com/watch?v=ev_pbgENnfA
Zum Umdenken brachten Andrew zwei Aussagen. Eine war an einem Investment-Seminar, bei dem er erfuhr, dass sie in China, jeden Monat Städte in der Grösse von Brisbane (2,2 Mio Ew.) bauen. Er dachte sich, das sei absolut nicht nachhaltig, wie könne das weitergehen, bei diesem Verbrauch an Ressourcen, Zement, Fasern, Holz, Energie usw.
Ein weitere Aussage machte ihn stutzig, als er auf dem Rückflug von einem Investment-Seminar in den USA neben einem Herr sass, der für einen der grössten Ölkonzerne arbeitete, der ihm auf Nachfrage wie es im Energiesektor laufe sagte, dass alles vorbei sei, dass sie alles einfach zu fördernde Öl gefördert hätten und dass es nun schwierig würde neue Vorkommen zu finden. Er wude nachdenklich, da wir dieses grosse Wachstumparadigma haben, welches ebenfalls nicht nachhaltig ist.
Seine Frau und er packten dann alle ihre Güter in einen grossen Schiffscontainer und zogen mit ihrem Gut von Sydney, Australien nach Neuseeland und um und starteten eine neue, nachhaltige Lebensweise. Er recherchierte dann mehr und mehr zum Thema Energie und fand heraus, dass wir ein absolut nicht nachhaltigen Lebensstil führen.
Was vielen Leuten nicht bewusst ist: Ein Barrel Öl enthält 6,1 GJ Energie, was 1700 kWh entspricht und das ist eine enorme Menge an Energie, welche wiederum 10 Jahren menschlicher Arbeit entspricht! Ein Barrel Öl, der zwischen 50 und 100 Dollar kostet je nach Jahreszeit, verrichtet also 10 Jahren menschlicher Arbeit. Eine weitere Sache hat ihn fast umgehauen, als er erfuhr, dass wir in den letzten 50 Jahren mehr Ressourcen und Energie verbraucht haben als alle Zivilisationen vor uns zusammen. Unter anderem wurden 30% des Bodens weggewaschen. Er kam zum Schluss, dass wir anders über diese Dinge denken sollten. Für sich zog er den Entschluss viel einfacher zu leben, da es für ihn die logische Schlussfolgerung war. So kam er in die Permakultur hinein.
In einem Report der National Roads and Motorists' Association (NRMA) erfuhr er zudem, dass die Supermärkte Australiens gerade mal Nahrungsvorräte für 3 Tage haben. Das bedeutet, wenn die Boote aus Asien oder woher sie kommen, nicht ankommen, dann haben die Supermärkte nach drei Tagen keine Nahrungsmittel mehr. Und eine Umweltorganisation untersuchte in Australien einen Warenkorb mit 25 Artikel, die man in einem durchschnittlichen Supermarkt bekommt und sie fanden heraus, dass diese Artikel 70 000 km weit transportiert wurden, um in diesen Supermarkt zu kommen. Das ist verrückt, wir müssen wieder anfangen die Dinge zurück in die Regionen zu holen. Es ist daher absolut sinnvoll ein Stück Land zu haben und dort seine eigene Nahrung anzubauen. Er versucht daher soviel Nahrung wie möglich lokal anzubauen.
Mit diesem nicht nachhaltigen Lebensstil wuchsen auch die Schulden über die Jahre mehr und mehr und das ist ein Teil des Problems, dass die Leute mehr und mehr Dinge möchten, schicke Autos, coole Schiffe und Camper und für all das müssen sie sich wieder stärker verschulden. Und was man ebenfalls in allen grossen Metropolen in Australien, Neuseeland und Nordamerika beobachten kann, dass die Hauspreise in astronomische Höhen klettern, sodass man heutzutage für normale Häuser 750 000 bis 900 000 Dollar bezahlt. Und um diese Häuser zu vermögen, muss man hohe Kredite aufnehmen, die man dann während 30 oder 40 Jahren abbezahlen muss. Das ist verrückt, weil man seine ganze Arbeitszeit in die Abbezahlung dieser Schulden investiert. Wir sind von dem lokalen Modell zu einem globalisierten Modell gekommen und was wir in Zukunft sehen werden, dass wir wieder zurück zu diesem lokalen Modell kommen. Und das ist der Schlüssel, wo die Tiny House Bewegung perfekt hineinpasst und zusammen mit der Permakultur mischen sie sich zusammen zu einer perfekten Synergie, weil die Tiny Houses sich mit dem Schrumpfen und dem Verringern der Schulden beschäftigen, dass man weniger abhängig ist von dem grossen System und mehr Freiheit geniesst. Statt 500 000 oder 600 000 Dollar für ein Haus zu investieren, so sind es vielleicht noch 50 000 und ein Stück Land und man hat alles, was man braucht und kann dann seine eigene Nahrung anbauen, man ist Selbstversorger und kann mehr Dinge tun und kreativer sein und das Leben mehr geniessen und mehr darüber nachdenken. Er kennt viele Leute, die haben Grundstück, aber sie brauchen Hilfe, denn wenn man biologische Nahrung anbaut und der Verzicht auf fossile Brennstoffe viel menschliche Arbeit benötigt, ist es gut viele helfende Hände zu haben und es ist gut für die Gemeinschaft dazu. Permakultur ermöglicht das Leben im Einklang mit der Natur anstatt gegen die Natur. Er baute auf dem Land viele Bäume an, die Nahrung produzieren.
Wir gehen zur Zeit durch drei Revolutionen:
1. die Bewusstseinsrevolution (Awareness Revolution): Das Internet revolutionierte in vielen Belangen wie wir miteinander kommunizieren. Viele gute Leute engagieren sich in Initiativen und Graswurzelbewegungen und das führt zur... 2. die Revolution des einfachen Lebens (Simplicity Revolution): Da kommt die Tiny House Movement ins Spiel, wo Tiny Homes und einfaches Leben Hand in Hand gehen: man entrümpelt und bekommt mehr Klarheit, man braucht weniger Besitz zum Leben 3. die Innere Revolution (Inner Revolution): wir können zurücklehnen und nachdenken was wir tun, tiefer in uns hinein schauen, was wir wollen, wenn wir nicht mehr so beschäftigt sind, dem Geld hinterherzurennen und Zeit haben zu uns zu schauen und anderen zu helfen.
Wir sind so beschäftigt, dass wir feststellen, wenn wir mit 65 pensioniert werden, dass das Leben an uns vorbeizog, während die Tiny House Bewegung den Leuten erlaubt das Leben jetzt zu geniessen und nicht erst wenn sie pensioniert sind.