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Nach der Käfigreinigung...

 
   Degupedia-Forum » BBB: Beobachtungen, Blogs, Berichte » Nach der Käfigreinigung... Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
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BeitragVerfasst am: 03.06.2007 03:23    Titel: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Huhu,

Was mich doch jedes Mal wieder aufs Neue erstaunt, wie meine Degus reagieren, wenn ich ihnen wieder den Käfig säubere. Da herrscht jedes Mal helle Aufregung und wohl auch Freude... ja ich habe richtig das Gefühl, sie feuern vor Neugier. Alles wird gründlichst untersucht, die neue Tonröhre wird gleich ausprobiert, durch die tiefe Strohschicht muss geschlüpft werden und natürlich darf eine Kostprobe der frischen Hanfstreu auch nicht fehlen... aber besonders Freude haben sie doch immer wieder an der tiefen Strohschicht. Da kriechen sie rein und wühlen rum.

Ich habe dieses Mal auch ein paar Fotos davon gemacht... leider kann man es schlecht festhalten, wie die aufgeregt und aus dem Häuschen sind...


Endlich... der neu eingerichtete Käfig... hier ein Degu am futtern


Raschel, der Kastrat, beobachtet neugierig die Umgebung, nachdem er ausgiebig im Stroh rumgekrochen ist und gewühlt hat.


Tia beim Testen des neuen Ziegelsteins...


Hier sieht man noch die neue Einrichtung mit der tiefen Strohschicht. Die Tonröhre und der Ziegelstein sind neu... Wink


Hier nochmals ein verfressenes Kerlchen... Wink
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
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BeitragVerfasst am: 03.06.2007 07:34    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Ich bin mal ganz ketzerisch ...

Nagetiere sind sehr auf den Geruch ausgerichtet. Wenn man die Geruchsspuren entfernt, muß schnellstmöglich wieder alles markiert werden, damit kein fremder Nager gleicher Art daherkommt, das Gebiet streitig zu machen. Außerdem werden die Geruchsspuren zur Orientierung gebraucht.
Es ist also kein Wunder, wenn wirklich ALLES abgelaufen wird, möglichst mehrmals benutzt wird und hellste Aufregung herrscht - Freude ist dies jedoch nicht, sondern purer Streß.
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
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BeitragVerfasst am: 05.06.2007 01:54    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Huhu,

auch wenn du es ketzerisch meinst... ich bin dennoch anderer Meinung Wink.
Aber angenommen, es wäre doch so wie du schreibst und die Tier hätten Stress (was möglicherweise gar niht so untreffnd ist), was wäre dann? Die Tiere laufen den Käfig ab un markieren alles und nach kurzer Zeit ist die Welt wieder in Ordnung... der Stress von kurzer Dauer... schlecht? Ich denke nicht, denn Stress wird meines Wissens erst dann zum Problem, wenn er dauerhaft ist. In einem gesunden Mass dagegen ist Stress durchaus gut.

So und jetzt noch was ich wirklich denke, wären die Tiere unter Stress, dann würden sie die Einstreu wohl nicht versuchen anzunagen und schauen ob das essbar ist... dann hätten sie wichtigeres zu tun einerseits und andererseits schlägt Stress, wenn ich mich nicht täusche, auf den Appetit. Dazu kommt, die Degus haben nach wie vor in den oberen Etagen noch ihre alte Einstreu. Ich habe keineswegs alles aufs Mal geändert.
Dann ihr Verhalten, ich habe schon das Gefühl, dass es nicht einfach Freude ist, so wie das vielleicht aus dem Eingangsposting rausgekommen ist. Mich erinnert das ganze ehrlich gesagt etwas an "Novetly Seeking", die Tiere sind wohl sehr neugierig, aber wohl spielen auch noch andere Gefühle eine Rolle.
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8544
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BeitragVerfasst am: 10.06.2007 21:29    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Und noch eine Beobachtung. Nachdem was ich bei meinen Degus bei der Käfigreinigung erlebte hatte ich mich nun auch bei den Pflegedegus geachtet, wie die denn auf die neue Einstreu reagieren. Ich hatte ihnen nun am Wochenende die unteren Etagen gereinigt und war gespannt, wie sie reagieren würden. Das Ergebnis war sehr ernüchternd. Die wollten erst mal gar nicht runterkommen von ihren Etagen, dann als sie runter kamen, wurde der Einstreu und Einrichtung kaum Beachtung geschenkt. Etwas vorsichtige Schritte auf dem neuen Terrain, aber sonst kein Feuern, rumflitzen oder so. Gut, diese Degus haben eine ganz andere Käfigeinrichtung, eine sehr knappe Grundfläche (dafür viele Etagen) und Stroh zum Verkriechen haben sie auch keine.

Fast parallel dazu hatte ich noch ein anderes Experiment durchgeführt. Ich liess meine Degus auf einem Tisch laufen, den sie kaum kannten. Dabei konnte ich eine bemerkenswerte, wenn auch keine erstaunliche Beobachtung machen. Die Degus bewegten sich sehr roboterhaft, ein Zeichen, dass sie auf der Hut sind, was man gerade auf fremdem, ihnen nicht vertrauten Boden beobachten kann. Eigentlich war da noch ein gehöriges Stück Glück dabei, dass ich das so deutlich beobachten konnte, denn ich kam nicht alleine auf diese Idee, sondern der Degu wagte sich selber auf die Tischplatte und ich wartete einfach mal ab und beobachtete ihn. Dabei fiel mir dann seine roboterartigen Bewegungen auf, die ich schon ziemlich früh bei meinen ersten Degus beobachten konnte. Allerdings wusste ich damals noch nicht, was die genau zu bedeuten haben. Heute weiss ich, dass es eine Anpassung an den hohen Feinddruck der Degus in ihrer Wildnis ist. Durch diese Gangart wird es für Beutegreifer schwieriger, die Degus zu erkennen, als wenn sie sich flüssig bewegen würden.
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
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BeitragVerfasst am: 11.06.2007 22:55    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Deine kommen nie aus dem Käfig raus - meine waren es gewöhnt, mich damit zu nerven, regelmäßig auszubrechen.
Selbst in absolut unbekanntem Terrain verhielten sie sich absolut sicher und selbstbewußt.

Einzig, wenn jemand Alarm signalisierte, hielten sie inne und schauten, wer oder was sie bedrohen würde - am Anfang waren sie sogar bei den Pfiffen der Meerschweinchen vorsorglich erstmal verschwunden, nur um wenige Sekunden später zu schauen, ob die Luft wieder rein ist.

Dieses unterschiedliche Verhalten ist im Grunde genommen vergleichbar mit dem Verhalten von Menschen.
Menschen, die in reizloser Umgebung aufgewachsen sind (kahles Kinderzimmer, wenig Ansprache), sind lange nicht so neugierig wie Menschen, die mit vielen Außenreizen von Kindheit an klarkommen mußten. Sie fragen weniger, im unbekanntem Terrain (Urlaub) sind sie betont uninteressiert.

Menschen, die zwar mit vielen Außenreizen aufwuchsen, aber nie aus ihrem Kaff rausgekommen waren, sind absolut unsicher, wenn sie das erste Mal in eine Stadt kommen. Sie bewegen sich steif, oftmals leicht ruckhaft und erschrecken schnell. Sie bleiben sehr viel öfter stehen wie die Städter.

Menschen, die als Kinder viel rumgekommen sind, bewegen sich auch in ungewohnter Lage selbstbewußt, sind neugierig und man sieht ihnen kaum an, daß sie sich in fremder Umgebung aufhalten.

Die gleichen Abstufungen hast du nun an den Degus beobachten können ... einzig die rumgekommenen Degus fehlen dir noch, die waren bei mir Augenrollen
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BeitragVerfasst am: 12.06.2007 01:32    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Naja, raus kommen ist nicht das Problem, bloss kann ich ihnen nur bechränkten Freilauf geben und dieses Terrain kennen sie dafür gut. Daran wird es wohl liegen, dass ihre Umgebung ihnen vertraut riecht, da es die unmittelbare Umgebung ihres Käfigs ist. Der Tisch dagegen war in einem anderen Zimmer und wohl vom Geruch her neutraler und ungewohnt für sie.

Meine ersten Degus die lebten damals zwar in einem kleinen Knast, aber die machten das dafür dann mehr oder weniger mit Freilauf, Ausbrechen etc. wieder wett... die waren viel rumgekommen und trotzdem konnte ich dort bei einem der Degus dieses sich ruckartig bewegen selbst in nähester Käfignähe (auf dem Käfigrand, auf dem sie viel rumturnten) beobachten, was aber vermutlich mit dem Charakter des Degus selber zu tun hatte... aber gut, das liegt jetzt auch etwa wieder 3-5 Jahre zurück und meine Erinnerungen an diese Zeit sind auch nicht mehr die besten.
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
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BeitragVerfasst am: 13.06.2007 00:18    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Dann sind wir wieder bei dem Thema - kein Degu gleicht vom Charakter her dem anderen ... *seufz*

Warum läßt sich die Natur nicht vernünftig kategorisieren und pauschalisieren?
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
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BeitragVerfasst am: 13.06.2007 12:47    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

oder ich hab das zu wenig genau beobachtet und hab jetzt was falsch gedeutet.
Aber letztlich ist es schon wahr, die Natur lässt sich nicht wirklich vernünftig kategorisieren und wenn man es trotzdem tut, hat man immer Sonder- oder Zweifelsfälle und gewisse Ungenauigkeiten, die man in Kauf nehmen muss...
Bestes Beispiel dafür ist ja die ganze Systematik.
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lia
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Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beiträge: 108

BeitragVerfasst am: 14.07.2007 23:36    Titel: neugierde oder revierverhalten Antworten mit Zitat

hej, das verhalten bei neugestaltung eines käfigs kommt mir recht bekannt vor. meiner alten meerli-gruppe hatte ich damals ein neues versteck mit 2 eingängen gebaut. die ganze gruppe kam um das versteck einzuweihen. sie sind der reihe nach beim einen eingang reingelaufen, beim anderen raus und gleich nochmals hinten angestanden, es war ein richtiges schlangenstehen zu beobachten. damals dachte ich, dass sie sich darüber freuten oder "spielen" wollten.
heute deute ich das verhalten anders. zwar kann eine käfigumstellung abwechslung bedeuten, die von den meerschweinchen mit popcornen (freudesprüngen) gutgeheissen wird. wobei man popcornen nach meiner ansicht auch ganz anders deuten kann... zum anderen denke ich, dass die intensive beschäftigung mit neuem ganz andere gründe haben kann. zum einen wird jeder neue centimeter erde im stall markiert. das kann schon nur ein wenig sand sein, der in eine ecke gestreut wird, und schon markiert zumindest das ranghöchste männchen intensiv. zum anderen wird durch die intensive beschäftigung auch der neue gegenstand eingeprägt und bei einer allfälligen flucht weiss das rudel genau, wo hinternisse oder gute verstecke sind. zu beobachten ist auch, dass die tiere auf der flucht tatsächlich die verstecke zu nutzen wissen.

weiss nicht wie direkt man von meerlis auf degus schliessen darf, dennoch liegt es nahe, dass die intensive beschäftigung in erster linie der einprägung dienen kann. man will ja schliesslich wissen, wie man das substrat verwenden kann.

zum thema stress möchte ich meine deutung des popcornverhaltens erwähnen. Popcornen (versuch einer neutralen formulierung): das tier springt mit allen vier füssen gleichzeitig in die luft, dabei kann es auch eine 180 grad drehung ausfüren oder seitwärts springen. aber auch sprünge von 20-30 cm höhe und weite sind nicht selten. meist wird es in schnellem tempo ausgeführt. auch wildes umhergallopieren und anstossen von artgenossen, welche dannach mithüpfen, kann dazu gehören.

deutung allgemein: das tier freut sich.
folgende beobachtung meinerseits: Tariq popcornt am häufigsten, Tariq ist der beta-kastrat neben dem alpha, Mannix. sie haben 3-7 mädels (aktuell 5). Tariq wird von Mannix akzeptiert, muss jedoch des öfteren ausweichen, wobei Mannix auch den weibchen gegenüber ähnlich dominant ist. tariq standt auch sonst stärker unter stress, nicht zuletzt weil das alpha- weibchen ihn nicht akzeptierte. wieso sollte er sich übermässig freuen?
weitere beobachtung: tariq popcornt meist dann wenn er zoff mit mannix hat, bzw. wenn mannix gereizt ist und sein rudel stark dominiert. wodurch die gruppe unruhig ist.
gepopcornen wird von allen häufig vor der fütterung. dann nicht etwa aus vorfreude auf futter, es ist vielmehr spannung wegen der futterkonkurenz, die in dieser gruppe recht stark ist.
popcornen, wenn die tiere auf die wiese dürfen. zwar gehen sie gerne raus um den garten zu erforschen und zum selber grasen, zum anderen ist die wachsamkeit um einiges höher. es dürfte sich ebenfalls um eine angespannte situation handeln, die mit popcornen entschärft wird.
meine deutung: popcornen dient wahrscheinlich einer art abregung bei angespannten situationen. ob die tiere tatsächlich "spass" am hüpfen haben möchte ist weder bestätigen noch verneinen, jedoch ist es m.e. kein zeichen von "purer lebensfreude".

zurück zum anfang. darf man sich fragen, ob die tiere sich tatsächlich an neuem freuen. andererseits muss man auch sehen das hormne wie adrenalin (kurzzeitstress, flucht) und corticolin (cortisol-form der nagern, ausschüttung bei langzeitstress)nicht nur negativ und gesundheitsschädigend wirken, die hormone haben viele anregende funktionen im organismus. so regelt corticolin unter anderem auch den aktivitäts/schlaf-rhythmus. meines wissens spielen sie auch eine wichtige rolle beim lernverhalten und aufnahmefähigkeit. dazu muss ich aber nochmals meine vorlesungsunterlagen durchwühlen.
fazit: ein wenig stress, wie er durch käfigumstellen entsteht, kann durchaus anregend wirken.

(jetzt hab ich viel mehr geschrieben, als ich wollte. werde mich noch öffters in älteren themen rumwühlen und bandwürmer dazu schreiben. ich hoffe man nimmt es mir nicht zu arg übel)
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4645
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BeitragVerfasst am: 15.07.2007 09:47    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Schön, daß es noch andere gibt, die den Verdacht haben, daß das Popcornen eher was mit Streßbewältigung wie mit Freude zu tun hat Very Happy

Bei mir trat in der Weibergruppe das Popcornen verstärkt auf, wenn sie mehrere Tage im Auslauf verbringen mußten und nicht frei im Garten laufen durften. Allerdings ist vorsicht geboten - die Weibergruppe war einen Großteil des Tages nicht sichtbar, es ist also möglich, daß ich das Popcornen nur deshalb nicht gesehen hatte, weil sie ziemlich versteckt hinter Brombeersträuchern oder im Brennesselfeld durch die Gegend gehüpft sind.

Der lustigste Anfall von Popcornen war bei mir beim Großreinemachen ... ich hatte Blesse im Häuschen erwischt, sie hat sich erschreckt, hat allerdings schnell gemerkt, daß sie gar nicht eingefangen werden sollte und fing just in dem Moment an zu Popcornen, als ich zum Ausräumen vom Mist meinen Kopf übers Häuschen gebäugt hatte - sie hat mir fast nen Zahn ausgeschlagen! *g*
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lia
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Anmeldungsdatum: 18.05.2007
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BeitragVerfasst am: 15.07.2007 14:58    Titel: popcornen Antworten mit Zitat

nun zum 2. teil thema popcornen. ich hab nochmals versucht mit meinen ketzerischen theorie das meerschweinforum aufzumischen... hab den abschnitt über tariq mal dort reingestellt. scheint tatsächlich so, dass es nur ungerne gesehen wird, wenn man die meerschweinchen nicht vermenschlicht. popcornen
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
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BeitragVerfasst am: 15.07.2007 16:15    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Übrigens - da werden einige Argumente gegen die Streßbewältigung genannt, die zwar auf den ersten Blick logisch erscheinen, es aber offensichtlich nicht sind ...

Zitat:

Ja aber das würde doch jeder biologischen Sinn wiedersprechen. Warum soll ich denn in einer gefährlichen Situation noch mehr Aussehen auf mich erregen, dass würde doch eher dazu führen noch früher gefressen zu werden.

1. In wirklich gefährlichen Situationen popcorned kein Meerschweinchen - aber in Erwartung von gefährlichen Situationen (können raus in den "gefährlichen" Auslauf, sind dabei im Konflikt mit Grasen wollen und Angst vor Unbekanntem).
2. Nach Streßsituationen ist ähnlich Auffälliges Verhalten bei vielen Tieren zu beobachten, die sich normalerweise bei Feindkontakt ruhig verhalten müssen, um nicht entdeckt zu werden. Feldhasen z. B., die sich erfolgreich vorm Fuchs ins hohe Gras ducken, sprinten unvermutet los und zeigen hohe, auffällige Sprünge mit deutlich sichtbarer Schwanzunterseite. Offenbar müssen die Streßhormone durch Muskelarbeit abgebaut werden, damit es keine körperlichen Schäden gibt. Wildmeerschweinchen popcornen auch, Sachser vermutet genau einen solchen Zusammenhang.
3. Haustiere zeigen oftmals bei Wildtieren vorhandenes Verhalten übersteigert oder aus dem Zusammenhang herausgerissen, ohne daß man ein solches Verhalten auf eine ewige Jugend des Haustieres zurückführen kann (besonders eindrucksvolle Beispiele gibt es im Taubenverhalten, vom Aufblasen des Kropfes bei Kropftauben angefangen bis hin zu Flugtauben, die in der Luft Überschläge zeigen. All diese Verhaltensweisen kommen aus dem Balzbereich, werden aber auch ohne Anwesenheit eines Partners von den jeweiligen Rassen gezeigt)

Zitat:

Hast du schon flitzende und popcornende Babys im Stall gesehen? Ich war bei einer Züchterin und sie sahen wirklich nicht so aus, als wenn das dem Stressabbau dienen würde. Jungtieren spielen nunmal, dass liegt in ihrer Natur egal ob Meerschwein, Katz oder Hund.
Warum werden dann gerade in der Natur so häufig Jungtiere gefressen? na weil sie einfach zu sorglos und sich der Gefahren noch nicht bewusst sind.

Ausgerechnet in der Zeit, in der Meeribabies noch sorglos sind, popcornen sie nicht. Das Popcornen fängt erst an, wenn sie eine natürliche Scheu vor Fremden aufbauen und zum Teil unvermutet und schnell irgendwohin lossprinten, insbesondere wenn sie einen Schatten sehen - das Fluchtverhalten mag unkoordiniert erscheinen, wer aber einmal wie ich versucht hat, so einen kleinen Wurm im Garten einzufangen, der kann mir bestätigen, diese kleinen, unausgereiften Meerikinder sind aufmerksamer und flinker wie manch ein ausgewachsenes Meerschweinchen.
Popcornen nimmt mit der Pubertät immer mehr zu und verschwindet fast schlagartig nach Festlegung der Rangordnung in die Erwachsenengruppe - scheint also bei Jungtieren häufiger vorzukommen, da ein erhöhter Streßpegel aufgrund Rangordnungsunsicherheiten abzubauen ist. Das gegenseitige Anstecken von Popcornen läßt auch auf eine Spielfunktion schließen ... ist es aber mit Sicherheit nicht ausschließlich (beim Menschen wird ja auch ein sehr ernstes Thema spielerisch bearbeitet: Beutejagd und Flucht, nennt sich auch Einkriegezeck, Zecken, Jagen, Einkriege, Kriegmichdoch, Fang den Mann oder ähnliches ... die Regeln sind sich in allen menschlichen Kulturen sehr ähnlich. Das Verhalten sieht man bei ausgewachsenen Menschen nur noch selten und sinnbezogen)

Zitat:

Und wozu dient dann das Zähneklappern? Es ist ja auch eine Art um Stress abzubauen bzw. eine Drohgebärde.

Zähne klappern ist eine Drohgebärde, hat also kommunikativen Charakter - popcornen ist wahrscheinlich Streßverarbeitung oder Streßabbau ... und damit ohne kommunikativen Charakter. Es sollen Streßhormone, die zuviel gebildet worden sind, durch Bewegung abgebaut werden. Es soll keine Nachricht an andere Meerschweinchen weitergegeben werden.

Ach ja ... alle Übersprungshandlungen dienen dem Streßabbau. Es ist nach Lorenz bei einem Interessenkonflikt die Handlung, die nach den Handlungen, die im Konflikt miteinanderstehen, den höchsten Triebstau besitzt - gut, diese Ansicht mag ein wenig überholt sein. Daß aber eine ungewisse Situation mit Entscheidungsschwierigkeit zu Streß führt, ist auch heute noch gültig. Übersprungshandlungen treten infolge solcher Interessenkonflikte auf.
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Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beiträge: 108

BeitragVerfasst am: 15.07.2007 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

so genau vom alter abhängig habe ich das verhalten nie beobachtet, doch ist mir aufgefallen, dass halbwüchsige am häufigsten popcornen.

das mit der feindvermeidung der kanninchen finde ich eine interessante parallele.

das übersprungverhalten hatte ich bisher nur ansatzweise in den vorlesungen, oder weit zurückliegend... zwar ist die trieb-theorie von lorenz weit überholt, ein agressionstrieb existiert so nicht, bzw. muss nicht abgebaut werden, sofern der konfliktpartner entfernt wird. der hormonspiegel senkt sich auch so wieder. nicht so, wenn der partner weiterhin im stall sitzt, dann muss die agression abgebaut werden, in der hinsicht ist die theorie von lorenz nicht überholt. daher kann man das model sicher zur erklärung heranziehen. aber ob popcornen eine übersprunghandlung ist?
eigentlich ist es spannend wie tiere aber fähig sind agressionen auch anders zu verarbeiten. bei den fischen im model von lorenz war der ausgang von konflikten klar, es führte zu kampf oder flucht. meerschweinchen scheinen hier einen zwischenweg gehen zu können. könnte es sich vielleicht um ein übersprungverhalten einer flucht handeln? hier wäre auch das kanninchenverhalten wieder ziemlich ähnlich. sie fliehen auch hakenschlagend vor ihren feinden.

darf ich die passage mit den kanninchen vielleicht im anderen forum zitieren?
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BeitragVerfasst am: 15.07.2007 18:53    Titel: Re: Nach der Käfigreinigung... Antworten mit Zitat

Nicht Kaninchen - Feldhasen!
Kaninchen (Oryctolagus cuniculus) versuchen, möglichst schnell in ihren Bau zu kommen, ein Kaninchen braucht aufgrund der körperlichen Leistung, die es bei einem solchen Kurzstreckensprint zurücklegen muß, die Streßhormone nicht abbauen, die sind dann schon abgebaut.
Selbst ohne Bau finden Kaninchen als typische Waldrandbewohner immer Verstecke, in die der Feind nicht hineinkommt.

Der Feldhase (Lepus europaeus) dagegen hat keinen rettenden Bau, in den er sich zurückziehen könnte und als typischer Grassteppenbewohner hat er zusätzlich das Problem, keine Verstecke zu haben - er muß sich auf seine Schnelligkeit und Findigkeit verlassen. Es kostet ihn allerdings enorm viel Energie, seine Gegner im Langstreckenlauf abzuschütteln. So viel Energie gibt die Grassteppe nicht her. Also hat er als weitere Strategie, sich einfach in Mulden zu drücken und zu hoffen, daß sein Feind ihn noch nicht gesehen hat. Oft laufen selbst Füchse nur wenige Dezimeter an einem Feldhasen vorbei, ohne ihn zu bemerken - der Körper des Feldhasen ist jedoch durch Streßhormone aufgeputscht bis zum geht nicht mehr, der Kreislauf läuft auf Hochtouren, die Muskeln werden mit sauerstoffreichem Blut versorgt und die Muskelzellen stehen unter Spannung. Das Herz pumpt im Akkord, denn wenn ein Beutegreifer ihn entdeckt, heißt es für ihn, möglichst schnell wegsprinten, um sich möglichst schnell aus der Gefahrenzone zu bringen ... Feldhasen kommen ohne Probleme aufgrund dieses Bereitmachens des Körpers von 0 auf 60km/h innerhalb von nur zwei Galoppsprüngen!
Geht der Beutegreifer vorbei und hat den Hasen nicht entdeckt, muß der Feldhase immer noch ein Weilchen warten ... er steht aber immer noch unter enormer körperlicher Spannung, schließlich muß er noch immer bereit sein für eine schnelle Flucht.
Ist der Beutegreifer endlich endgültig weg, muß einfach diese gesamte hochgeputschte Laufmaschine, die der Feldhase nunmal darstellt, sich entspannen, ähnlich wie eine zusammmengedrückte Sprungfeder sich entspannt, wenn man sie losläßt - durch die nun folgenden Kapriolen werden die Streßhormone abgebaut und Kreislauf und Muskeln können wieder normal weiterarbeiten. Diese Kapriolen und kurzen Sprints, die der Feldhase nach so einer Duckaktion zeigt, ist offenbar weniger Energieaufwendig wie ein im Höchsttempo gelaufener Langstreckensprint, der zum Abhängen des Gegners notwendig wäre.
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