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Doku: China Food

 
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8391
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BeitragVerfasst am: 06.09.2017 02:44    Titel: Doku: China Food Antworten mit Zitat

Huhu,

eine interessante englischsprachige Doku über Nahrung und China:
https://www.youtube.com/watch?v=CK1KoPdwiEk

Sie berichtet kritisch über die Situation in China, beleuchtet aber auch Positives. Auch die Bilder stimmen teilweise recht nachdenklich, was sie alles zeigen.
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4542
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 08.09.2017 14:16    Titel: Re: Doku: China Food Antworten mit Zitat

Der Film ist erschreckend ... zeigt jedoch sehr schön, was momentan weltweit abgeht.
Einige wenige Superreiche haben alles, während die Existenzgrundlagen vieler Millionen Bauern und Fischer regelrecht vernichtet werden, um den Luxus der Superreichen zu erhalten.
Gibts nicht mehr genug luxuriöses Essen im eigenen Land, werden die Nachbarländer leergekauft ... ein Großteil der Bevölkerung hungert, während die wenigen, die mehr wie genug zu Essen haben, prassen und an der Vernichtung von lebenswichtigem Grund direkt und indirekt beteiligt sind.

China ist insofern noch mal was Besonderes, da in China die Korruption ne jahrtausendealte Tradition besitzt. Es gab hier schon immer superreiche Großgrundbesitzer, die alles hatten, während die Landbevölkerung mit dem Vorlieb nehmen mußte, was überblieb, nicht von ungefähr wurden von der Landbevölkerung Mädchen als Sklavinnen an die Städte verkauft, man wollte überleben und wenigstens für den Rest der Familie genügend zu Essen haben - aber nie war die Verschmutzung und Verseuchung riesiger Landesteile derartig flächendeckend, daß wirklich von echtem Hunger geredet werden konnte, man fand zu essen, und wenn es irgendwelche Käferlarven waren ... nun sieht die Sache in China vielerorts anders aus, in Sand wächst kein Gemüse mehr, in mit Schwermetallen verseuchten Flüssen sterben die Fische aus.
Da sind solche Leute, wie die zum Schluß gezeigte Frau, die Bäume in den Dünen setzt, um der Verwüstung Einhalt zu gebieten, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ...

Der katastrophale Gemüseanbau wurde kurz gezeigt - fehlen tut jedoch die noch katastrophalere Nutztierhaltung, die mordernerweise in China immer noch zunimmt.
Die riesigsten Hühnerfabriken gibts in China ... während in Deutschland ein Mastbetrieb mit 200.000 Broilern als Riesengroß gilt, ist das in China noch einer der Kleinbetriebe, dort werden schon lange die Millionengrenze an Hühnern in einem Betrieb geknackt ... es kommt nicht von ungefähr, daß die ersten Vogelgrippewellen in China rund um diese Betriebe zu beobachten waren und Menschen dran starben. Auch RHD entstand in den riesigen Kaninchenmastbetrieben in China - und macht nun weltweit bei Kaninchenhaltern und Kaninchenmästern echte Probleme.
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Ich habe es endlich amtlich (Mitgliedsausweis der Piratenpartei):
"Der Besitzer dieses Dokumentes ist berechtigt, sich seines Verstandes zu bedienen, Informationen zu produzieren, replizieren und konsumieren, sich frei und ohne Kontrolle zu entfalten in Privatsphäre und Öffentlichkeit.

Behinderung dieser Rechte wird geahndet durch die Piratenpartei Deutschland"
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8391
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 20.09.2017 07:54    Titel: Re: Doku: China Food Antworten mit Zitat

Man schaut halt irgendwie weg. Das Tragische ist ja, wir müssen gar nicht mit dem Finger auf China zeigen, denn wir hangen da genauso mit drin, einerseits weil vieles bei uns auch nicht gerade viel besser läuft, andererseits weil wir auch viel aus China importieren und wir mitverantwortlich sind für das, was in China passiert.

Zitat:

China ist insofern noch mal was Besonderes, da in China die Korruption ne jahrtausendealte Tradition besitzt. Es gab hier schon immer superreiche Großgrundbesitzer, die alles hatten, während die Landbevölkerung mit dem Vorlieb nehmen mußte, was überblieb, nicht von ungefähr wurden von der Landbevölkerung Mädchen als Sklavinnen an die Städte verkauft, man wollte überleben und wenigstens für den Rest der Familie genügend zu Essen haben - aber nie war die Verschmutzung und Verseuchung riesiger Landesteile derartig flächendeckend, daß wirklich von echtem Hunger geredet werden konnte, man fand zu essen, und wenn es irgendwelche Käferlarven waren ... nun sieht die Sache in China vielerorts anders aus, in Sand wächst kein Gemüse mehr, in mit Schwermetallen verseuchten Flüssen sterben die Fische aus.
Da sind solche Leute, wie die zum Schluß gezeigte Frau, die Bäume in den Dünen setzt, um der Verwüstung Einhalt zu gebieten, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ...

Ja das ist leider wahr mit dem Tropfen auf den heissen Stein.
Das mit der langen Tradition der Korruption in China wusste ich ehrlich gesagt nicht, das ist schon interessant. China ist doch noch ein bisschen ein blinder Fleck bei mir.
Was die Umweltverschmutzung und die Desertifizierung angeht, wäre diese gerade mit Mitteln der Permakultur und mit Hilfe der Pflanzen rückgängig machbar. Aber China geht es da auch nicht viel besser als Europa, das Umweltbewusstsein entwickelt sich nur langsam und tut sich schwer mit ökonomischen Zwängen und Zielen. Im Zweifelsfalle steht auch in China das Geld und die Wirtschaft über dem Wohlbefinden von Mensch, Natur und Umwelt, und dass man den Ressourcen Sorge trägt. Das einzige was in China Hoffnung macht, dass die Regierung langsam erkennt, wohin die Umweltzerstörung führt und da jetzt langsam auch versucht gegenzusteuern. Sie könnte da längerfristig möglicherweise erfolgreicher sein als die Politik in Europa, wir sind mehr noch auf Graswurzelbewegungen und die Aktivitäten und den Druck aus dem Volk angewiesen, dass überhaupt etwas geht, und alles was wir bisher erreicht haben, ist hauptsächlich der Umweltbewegung und engagierten Menschen zu verdanken, die nicht wie die Politiker und Grosskonzerne lieber den Kopf in den Sand stecken.

Zitat:

Der katastrophale Gemüseanbau wurde kurz gezeigt - fehlen tut jedoch die noch katastrophalere Nutztierhaltung, die mordernerweise in China immer noch zunimmt.
Die riesigsten Hühnerfabriken gibts in China ... während in Deutschland ein Mastbetrieb mit 200.000 Broilern als Riesengroß gilt, ist das in China noch einer der Kleinbetriebe, dort werden schon lange die Millionengrenze an Hühnern in einem Betrieb geknackt ...

Vielleicht hat man das auch bewusst nicht zeigt, weil da tut man nochmals ein Fass auf einerseits und andererseits ist das Ausmass schon brutal. Wobei Deutschland und die Niederlande auch nicht gerade Glanzbeispiele sind in der Massentierhaltung und es auch da Betriebe gibt mit mehreren Millionen Tieren, dass teilweise wirklich fast chinesische Zustände erreicht werden, dass dann die Tierfabriken mit ihren Gerüchen die Umwelt belästigen und dass die viele Scheisse (von Guano möchte ich da nicht sprechen, denn das verbinde ich mit etwas Positivem und artgerechterer Tierhaltung wie in der Wildnis der Fall) belastet Grundwasser, Böden etc.
In Ostdeutschland gibt es übrigens offenbar auch einige Tierfabriken, obwohl das viele offenbar gar nicht so wissen. Mich hatte es auch etwas erstaunt, als ich das erste Mal davon erfuhr, aber es ist eigentlich nicht erstaunlich, da man in Sowjetzeit Grossbetriebe aufbaute, die dann nach der Wende privatisiert wurden und von gerissenen Geschäftsmännern billig eingesackt wurden. Die DDR-Zeit hat da den kapitalistischen Grossbetrieben und Tierfabriken einen Bärendienst erwiesen...
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BeitragVerfasst am: 20.09.2017 10:58    Titel: Re: Doku: China Food Antworten mit Zitat

Was die Massentierhaltung und Riesenindustriehaltung von insbesondere Schwein in der Ex-DDR angeht, ists noch viel schlimmer ...
Die ganzen Massentierhaltungen aus der Sowjetzeit gingen relativ schnell kaputt, daraus entstanden entweder umweltverträgliche Weidegenossenschaften, oder sie sind sang- und klanglos in der Zeitgeschichte verschwunden. Da wurde auch nix aufgekauft, die Dinger rentabel zu machen, hätte viel zu viel gekostet.

Nun gab es jedoch vor einiger Zeit in den Niederlanden die Bewegung, raus mit den Massenschweinehaltern, die machen nur unser schönes Land kaputt ... also bekamen niederländische Schweinemäster Geld dafür, daß sie mit ihrer zerstörerischen Schweinehaltung aufhörten.
Im Osten wiederum gabs einige Lokalmatadore a la Bürgermeister, die sich in den Kopf gesetzt hatten, die Region möglichst schnell Wettbewerbsfähig zu machen - und was ist da besser geeignet, wie niederländische Schweinemäster, die in ihren Ställen Arbeitskräfte einstellen und so dem chronischen Arbeitsplatzmangel aufzufangen? - Also bezahlten diese Bürgermeister von Staatsgeldern das Ansiedeln und das Aufbauen von solchen Massentierhaltungsbetrieben und das gegen den massiven Protest der Bevölkerung. Der Rest waren Subventionen der EU und aus Deutschland, diverse Vergünstigungen für Großabnehmer für Strom und Co, Ausgleichszahlungen für den ungünstigen Standort usw usf ... unser Staat hat also mit ihren Zahlungen erst solche Größen wie Straatman und Co mit unseren Steuergeldern, gegen den Willen des Volkes, ins Land geholt!
Die Discounter und Co waren natürlich ganz happy - viel billiges Fleisch, was zu Dumpingpreisen in die Auslagen gelegt werden kann, ohne sich ständig mit den Bauernverbänden rumplagen zu müssen.
Inzwischen geht von diesem Fleisch übrigens über 90% ins Ausland, unter anderem nach China ... was auch wieder sehr logisch ist, extra Schweinefleisch aus China zu importieren, um dann nach China Schweinefleisch zu exportieren ... ich mein, wozu, wie zum kulturellen Austausch sollte Fleisch sonst noch so da sein?

Inzwischen hat Straatman, der Größte dieser niederländischen Unternehmer, ein Tierhaltungsverbot bekommen - für ihn natürlich absolut unverständlich, schließlich gings ja seinen Schweinen richtig gut *kotz*
Leider bringt das bislang noch nicht viel, denn seine Betriebe werden nun von seinen Subunternehmern weitergeführt ... und bekommen weiterhin Subventionen, Zuwendungen und enorme Vergünstigungen steuerlicher und anderer Art. Alles bezahlt von unseren Steuergeldern - auch von den Steuergeldern der veganen arbeitenden Bevölkerung, die ja nun wirklich gänzlich gegen die Nutzung jeglichen Tieres sind übrigens!
Das ist nicht unterstützt worden durch die deutsche Bevölkerung!
Im Gegenteil - wenn man sich mal anschaut, was man inzwischen für Weidefleisch an Geld löhnen muß und dann noch zusehen muß, daß man überhaupt noch was abbekommt (möglichst früh bestellen ... sonst ist alles alle), dann kommt man recht schnell zum Schluß, daß die deutsche Bevölkerung Weidefleisch haben will - und kein zu Dumpingpreisen verhökertes Massentierhaltungsfleisch!

Wenn alleine nur die ganzen Subventionen und Co im Agrarbereich gestrichen werden würden, würden diese ganzen Massenhaltungsbetriebe innerhalb eines Jahres verwaisen, diese Leute würden abwandern ... weil die eben nicht kostengünstig arbeiten, sondern nur dazu da sind, Steuergelder aus EU und Deutschland abzugreifen!
Würden dann auch noch die ganzen unsinnigen Bestimmungen im Bereich artgerechter Tierhaltung endlich aufgehoben werden, beispielsweise der doppelte Zaun bei der Schweinehaltung, oder die unsinnige Forderung von festinstallierter Hundehütte und Hund hinterm Zaun für Herdenschutzhunde samt den baurechtlichen Einschränkungen, genau solche festinstallierten Hundehütten auf Weiden gar nicht aufbauen zu dürfen, würde die Weidehaltung boomen ... so aber überstehen viele Neu-Bauern die erste Hungerzeit nicht, weil bevor sie noch das erste Kilo Fleisch verkauft bekommen, sehen sie sich vor einem unüberwindlichen Djungel an Bestimmungen rein bürokratischer Art gegenüber, der für sie schlichtweg geldlich gar nicht zu stemmen ist.

Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn dann auch noch die ganzen Subventionen, Vergünstigungen und Aufwendungen staatlicher Art auch noch auf die Weidetierhalter und Wanderschäfer aufgeteilt werden würden - dann würde bald der Platz für die boomende Weidefleischproduktion in Deutschland tatsächlich nicht mehr ausreichen, dafür hätten wir überall Landschaften, die wie Naturschutzgebiete bewirtschaftet werden ...
Stattdessen braucht es noch immer enormen Durchhaltewillen und noch mehr Klagen, bis endlich mal wenigstens einem - einem einzigen - dieser Riesenmastbetriebsherren die Tierhaltung verboten wird ... freiwillig werden die jedenfalls ihren coolen Job, wo ihnen doch alles in den A*** geschoben wird, nicht aufgeben - würd ich vermutlich auch nicht an ihrer Stelle.
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