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Zoo de Lagos, Südportugal

 
   Degupedia-Forum » Unterwegs: Reise und Fotografie » Zoo de Lagos, Südportugal Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
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BeitragVerfasst am: 24.12.2015 02:21    Titel: Zoo de Lagos, Südportugal Antworten mit Zitat

Huhu,

gestern war ich in Lagos im Zoo. Diese Aussage ist allerdings ein bisschen irreführend...

Die Lage des Zoos:
Der Zoo befindet sich nicht direkt in Lagos, sondern etwa 15 km ausserhalb in der Ortschaft Barao de São João. Wer nicht den Luxus eines Mietwagens hat, der hat zwei Möglichkeiten: entweder man nimmt einer der wenigen Busse, die dort raus fahren oder wer sportlich ist, kann die Strecke auch zu Fuss meistern. Man sollte die Distanz aber nicht unterschätzen. Der Weg dorthin ist nebenbei bemerkt sehr schön und empfehlenswert. Es führt ein Wanderweg raus, wobei es unter Umständen sinnvoller ist, ihn entlang der Hauptstrasse, die Richtung Barao de São João führt, abzukürzen.

Der Zoo:
Der Zoo ist eher klein, die Gehege sind nicht ausserordentlich gross, der Zoo hält aber mehrheitlich eher kleinere Tierarten, sehr viele Vögel, viele Affen (davon viele Neuweltaffen), einige Kleinsäuger und Reptilien und ein paar grosse Säugetiere. Aus diesem Grund kann man sich doch eine gute Weile im Zoo beschäftigen und wenn man an einem Gehege hängenbleibt, dann kann die Zeit doch recht schnell umgehen. Der Eintritt ist mit 16 Euro nicht gerade bescheiden, da ich jetzt aber zur Weihnachtszeit den Zoo besuchte, kann ich sagen, sie haben sich richtig ins Zeug gelegt, den Zoo so richtig weihnachtlich zu dekorieren. Über den Sinn kann man sich freilich streiten (ich habe da ehrlich gesagt wenig Bedürfnis dafür), aber man kann das auch als Zeichen sehen, dass der Zoo sich herausputzt und ins Zeug legt und den Besuchern was bietet (man bedenke: der Hauptfokus sind halt Familien mit Kinder und die haben ab solchem Weihnachtsdeko sicher Freude, ebenso ab der Hüpfburg, die draussen auf dem Parkplatz steht usw.). Während das für mich natürlich eher ein Grund, der gegen einen Zoo spricht, kann das für andere ein unter Umständen ein Pro-Argument sein.
Von der Zoopädagogik her, hat der Zoo auch einiges zu bieten, aber im Vergleich zu anderen Zoos im iberischen Raum, die ich gesehen habe, gehört das heutzutage zum Standard und das ist gewiss sehr erfreulich. Dass neben den Infotafeln für die Tiere (fast ausnahmslos zweisprachig portugiesisch und englisch) gibt es zudem auch zu vielen Pflanzen Infotafeln, für einen Botanischen Garten wäre das Angebot zwar eher etwas mager, für einen Zoo aber doch eine beachtliche Vielfalt.

Gehege und Gehegegestaltung:
Von den gezeigten Arten her sind mir zwei Dinge besonders positiv aufgefallen, einerseits hatte der Zoo eine doch beachtliche Anzahl an Kleinsäuger, zwar für Mitteleuropäische Verhältnisse eher eine durchschnittliche Tierwahl, aber für iberische Verhältnisse fand ich den Mix doch sehr gut und auch die Fotografiermöglichkeiten waren doch eher besser als bei vielen anderen iberischen Zoos. Zwar hatte man bei vielen Vogelvolieren und einigen Affenearten, gerade bei den Tamarinen die veralteten Volieren mit dem grobmaschigen Gitternetz, das man nur mit einem guten Teleobjektiv und wenn man nahe genug an das Gitter herankann rausbringt, in vielen Fällen man es aber nicht richtig wegbekommt, so war der Rest der Gehege doch ziemlich bis sehr kamerafreundlich gestaltet und erinnerte dadurch eher an die Vorreiter unter den mitteleuropäischen Zoos (z.B. Burger's Zoo, Zürich, Bernburg, Rheine, um jetzt nur paar wenige Beispiele rauszupicken). Was die Gehegegestaltung wiederum angeht, so war diese nicht überragend, weder von der Ausgefallenheit noch dass sie überaus naturnah gestaltet gewesen wären. Einzig was ungewöhnlich mir auffiel, das war das Gehege der Wallabies, die zwar frei in einem Berich herumlaufen konnten, die aber mit Vorlieben in Kakteen- und Sukkulenteninseln sassen, mitten in diesen stacheligen Gewächsen, bzw. dazwischen. Ich vermute mal, das war nicht so gedacht von den Zoogestaltern, denn es gab auch ein Stück abgezäunte Wiese, die ihnen zugedacht war (worauf die Infotafel dort hindeutete), wobei die Abzäunung nur für die Menschen gedacht war, damit sie den Wallabies nicht zu nahe kommen. Diese selbst konnten jeder Zeit dort rein und raus, da sie unter der Abzäunung durchpassten.

Fazit:
Als ich mich auf den Zoobesuch vorbereitete und etwas über den Zoo mich informierte, war ich recht begeistert, da die Infos ziemlich engagiert tönten. Meine Anspruche waren dementsprechend auch relativ hoch. Der Eintrittspreis schlug mit 16 Euro für so einen kleinen Zoo in die selbe Richtung. Dementsprechend dämpfte es etwas meine Euphorie, als ich sah, wie sehr der Zoo sich herausgeputzte und stark auch auf Verpackung Wert legte. Das war aber schnell vergessen, als ich bald schon die ersten Kleinsäuger entdeckte. Auch wenn es keine so exotischen oder spezielle Arten waren, die gezeigt wurden, so erfreute mich doch der Umstand, dass die Auswahl deutlich grösser war, als bei vielen anderen Zoos, die ich in den letzten Jahren auf der iberischen Halbinsel besuchte. Durch seinen Fokus auf eher mittelgrosse und kleine Tiere und durch eine grosse Vielfalt an verschiedenen Tierarten und auch durch attraktive Arten und attraktiv gestaltete und fotofreundliche Gehege gewinnt der Zoo zusätzlich an Attraktivität und holt aus meiner Sicht viel aus seiner Situation heraus. Der Eintrittspreis finde ich dennoch einen Tick zu hoch, er misst sich wohl aber an der touristischen Lage in der für Portugal eher hochpreisigen Algarve. So gesehen ist der Besuch es wert, wenn man ohnehin in der Gegend ist und gerne einen Zoo mit mediterranem Flair sehen will, der auch Kleinsäuger in fotografierfreundlichen Anlagen zeigt.

Alternativen:
Als Alternative, wer mehr Tiere sehen will und dafür auch etwas mehr bereit ist auszugeben, der findet beispielsweise im Zoo von Barcelona eine interessante Alternative. Wer wenig Wert auf den Eintrittspreis legt und gerne etwas ausgefallenes sehen möchte, der findet im eher teuren Madrider Zoos mit seinen architektonisch auffalenden, leider oft auch eher etwas kleinen, aber recht modernen Gehegen eine interessante Option. Die Tierauswahl und die Grösse des Zoos ist gemessen am Eintrittspreis doch sehr bescheiden, aber die Modernität und die aussergewöhnlich gestalteten Gehege dürften es wert sein, beim Preis etwas Nachsehen zu haben. Wer dagegen einen günstigen Zoo möchte, der eine tolle Präsentation von Terrarientiere bietet, dem kann ich den Vigo-Zoo empfehlen. Das Exotarium des Zoos ist eine echte Perle, mit 5-6 Euro Eintritt ist der Zoo im Nordwesten Spaniens (nahe an der portugiesischen Grenze) echt preiswert und er bietet zudem noch recht grosse Gehege für einige Grosssäuger, die er zeigt. Während das Exotarium sich vor mitteleuropäischen Pendants nicht zu verstecken braucht, kann die Tierhaltung vieler Grosssäuger nicht ganz mit den mitteleuropäischen Vorreitern mithalten. Vigo ist mein heimlicher Favorit, während mich bei Lagos das solide Angebot an Kleinsäugern überzeugen vermochte. Beide Zoos sind zudem schön gelegen etwas ausserhalb und zu Fuss eine erlebnisreiche Wanderung reich an Eindrücken. Erwähnen könnte ich hier ferner noch Lissabon, der Zoo ist relativ gross und zeigt zwar nicht viele Kleinsäugerarten, dafür recht viele Affenarten und weist als Besonderheit eine Luftseilbahn an, mit der man den Zoo aus der Luft durchqueren und umrunden kann und so den Zoo nicht nur normal auf Augenhöhe mit den Tieren und Tieranlagen erleben kann, sonder auch aus der Luft von der Vogelperspektive und im Schnelldurchgang. Was im ersten Moment wie eine unnötige Spielerei tönt, erweist sich in der Praxis als sehr nützlich und interessant.
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