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Heizstein, Rotlicht & Co für Heimtiere

 
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atropa belladonna
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Anmeldungsdatum: 02.12.2008
Beiträge: 1245
Wohnort: rural backwater

BeitragVerfasst am: 20.11.2014 14:13    Titel: Heizstein, Rotlicht & Co für Heimtiere Antworten mit Zitat

... bin ich die einzige, die das kritisch sieht? Momentan wird das Thema speziell im Deguforum ziemlich intensiv besprochen und es scheint, als ob neben einem Monumental-Laufrad mittlerweile auch ein Heizstein als Dauersitzplatz zum Must Have einer modernen Degubehausung gehört.

Eine Weile hat sich auch Infrarotlicht hartnäckig als "ideale Wärmequelle" in Dauerbeleuchtung gehalten. Zum Glück ist man wenigstens davon wieder abgekommen.

Ich sehe Heizsteine sehr kritisch, weil sie - wie auch im aktuellen Degupedia-Artikel angesprochen - primär für wechselwarme Organismen mit anderen Bedürfnissen gedacht sind. Die Temperaturen sind teilweise schon recht hoch, freilich, ohne dass es zu Verbrennungen kommt (das wäre ja noch schöner...), aber für mein Empfinden ist es für warmblütige Tiere zu heiß.

Nun ist es so, dass Degus es sehr gerne sehr warm mögen. Ich kann hier erkennen, dass meinen Mimosen ab 20 Grad der Pelz hochsteht bzw. gar keine Degus mehr draußen zu sehen sind, sondern sie in einem Haufen Stroh verschwinden und auch keinerlei Probleme haben, da drin den Tag zu verbringen. Zuverlässiger noch als ein Thermometer zeigen mir also die Degus die optimale Raumtemperatur an: je mehr Degus draußen zu sehen sind, desto wärmer ist es und desto besser für ihr persönliches Wohlbefinden. Bei 30 Grad würden sie wahrscheinlich ne Polonäse durchs Zimmer veranstalten....

Ich habe einige Beispiele (Beweise) dafür, dass Degus ein eher schlechtes Einschätzungsvermögen für gut tuende Wärme haben:

- So habe ich schon beim Freilauf halbgar gewordene Degus vom Holzboden gekratzt, die der Meinung waren, sich im Hochsommer ein Lichtbad in gleißender Mittagshitze hinter der Terrassentür zu "gönnen" (diese warme Fläche war wirklich nur sehr klein, der Rest des Zimmers angenehm schattig und wohltemperiert. Aber nein, sie mußten sich genau dort niederlassen und durchgaren lassen und haben dann noch gemeckert, als ich sie hochnahm und ihnen wieder Leben einhauchen wollte..)

- Während der relativ kurzen Einsatzzeit der Heizsteine hier in meinen Käfigen hatte ich bei einigen Tieren das Gefühl, sie wären dort ebenfalls festgebacken. Sie hielten sich fast ausschließlich da drauf auf, was ich definitiv nicht gerade für das halte, was man gesund nennt.

Je älter die Tiere werden, desto schlechter können sie dabei die Wärme einschätzen, so meine Erfahrung.

Ich finde Heizsteine wirklich überdimensioniert und Gimmicks wie dezent angewärmtes Sandbad, warme Wasserflaschen und sowas - also etwas, das von selbst mit der Zeit langsam wieder abkühlt und die Tiere so wieder auf andere Ideen bringt, wesentlich besser - und auch natürlicher. Abgesehen davon, dass ich finde, normale, gesunde Degus, die in einer Gruppe leben, brauchen so etwas gar nicht. Bei alten, kranken ggfs. auch rekonvaleszierenden Tieren oder Jungtieren, die ohne Mutter aufwachsen, sieht das ein bißchen anders aus. Hier kann wohl dosierte Wärme gut tun.

Rotlicht ist übrigens definitiv nur für kurze Anwendungen (maximal 10 Minuten) geeignet und sollte in einem hohen Sicherheitsabstand (ca. 50 cm zum Käfig) gehalten werden. Rotlicht verstrahlt eine intensive Wärme, die ziemlich weit in die Muskulatur bzw. Körperinnere (je nach bestrahlter Stelle) vordringt und den Körper so richtig gut aufheizen kann (daraus leitet sich ja auch der angestrebte Wellness-Faktor dieser Lampe ab). Wird das Licht dann ausgemacht, entsteht ein sehr hohes Temperaturgefälle, auf das Degu ggfs. nicht gut klar kommt. Zudem habe ich die Befürchtung, dass Rotlicht (unter Umständen oder im allgemeinen) die Kataraktbildung fördert, aber dafür habe ich keine stichhaltigen Beweise. Ich habe es nur beobachtet, aber es kann auch Zufall gewesen sein....
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8531
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BeitragVerfasst am: 22.11.2014 07:01    Titel: Re: Heizstein, Rotlicht & Co für Heimtiere Antworten mit Zitat

Ich habe die ganze Diskussion zum Thema mal abgetrennt und als Diskussion hierhin verschoben:
Diskussion Licht und Wärme

Für Kritik und "alles was ich immer schon einmal zum Thema loswerden sollte" etc. erst mal in obigem verlinktem Thread posten. Ich hoffe wir können das Thema dort erst mal thematisch sammeln, diskutieren und vor allem auch setzen lassen, es sind ja viele Emotionen dabei. Auch meine erste Antwort war zugegeben nicht die beste (ich konnte aber auch nicht ahnen, in welche Richtung das noch gehen würde), daher hab ich die konsequent auch mit abgetrennt.
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8531
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 22.11.2014 08:12    Titel: Re: Heizstein, Rotlicht & Co für Heimtiere Antworten mit Zitat

Ich ordne hier mal für mich das Thema ein bisschen und ich hoffe auch, es hilft für den weiteren Verlauf des Themas.

Der Degupedia-Artikel (Wiki)
http://www.degupedia.de/wiki/index.php/W%C3%A4rmequellen_f%C3%BCr_Degus

Zitat:

Degus lieben, wie wir Menschen auch, wenn sie ab und zu mal ein Sonnenbad nehmen können oder sich auf einem warmen Stein wärmen können. Gesunde Degus kommen aber durchaus auch ohne solche Wärmequellen aus. Bei Säugetiere mit konstanter Körpertemperatur (Warmblütler) sind Wärmequellen ungleich weniger wichtig als zum Beispiel bei Reptilien und Amphibien, welche erst ab einer bestimmten Umgebungstemperatur richtig beweglich und aktiv werden. Daher sind viele solcher im Handel erhältlichen Zubehör für Reptilien und Amphibien ausgelegt. Man muss daher beachten, dass diese möglicherweise für Nagetiere, wie Degus es sind, ungeeignet sein könnten, weil sie zum Beispiel nicht nagefest sind. Ausserdem kann unter extremen Bedingungen eine solche Wärmequelle, wegen grossem Tenmperaturunterschied zur ungeheizten Raumtemperatur zu Erkältungen führen. Das gilt allerdings vor allem für aktive Heizelemente wie Wärmelampen und Heizsteine. Passive Wärmequellen wie z.B. aufgewärmte Steine, warmer Sand und ähnliches sind dagegen eher unbedenklich, da sie einerseits mit der Zeit auf Raumtemperatur abkühlen und doch eher angenehm warm sind.

Quelle: Wärmequellen für Degus


Es brauchte eine Weile bis ich diesen Kontextbezug begriff. Der Artikel ist alt, aber da ich kürzlich ihn editierte erschien er auch hier im Forum in der Anzeige der kürzlichen Änderungen in der Wiki.

Infrarotlicht als "ideale Wärmequelle"
Das war tatsächlich eine Weile im Deguforum so ein Trend. Als ich damals dort dazu stiess, las man immer wieder mal davon, ursprünglich war das gerade bei kranken Tieren eine Sache, die gerne angewandt wurde. Später schienen die Heizsteine den Infrarotlampen den Rang abzulaufen und vor allem sie drangen auch in den Bereich der gesunden Tiere mehr und mehr durch. Daneben las man auch immer mehr von Leuten, die ihren Tieren den Sand aufwärmen, passive Heizkisten bauten, z.B. aus dichten Glasflaschen, die mit warmem Wasser gefüllt werden oder dann Blechkisten, die mit heissen Kirschsteinen oder was auch immer gefüllt werden usw. die Kreativität zeigte hier kaum Grenzen...

Bedürfnisse von gleich- und wechslwarmen Tieren
Dieses Argument wird ja gerne unter den Teppich gekehrt, aber ich will es hier nochmals weiter ausführen, und zwar langsam, so dass alle schön mitkommen Wink. Reptilien sind wechselwarm, das heisst, sie brauchen eine gewisse Umgebungstemperatur, dass sie die nötige Agilität erreichen. Wird ein gewisser optimaler Temperaturbereich unterschritten, werden sie zunehmend träger und fallen schliesslich in eine Kältestarre. Die Regulierung der Körpertemperatur bei den Reptilien ist daher zentral davon abhängig, dass sie bei gutem Wetter dieses nutzen, durch Sonnen tanken sie Wärme, damit sie aktiv zum Beispiel auf Beutefang gehen können und die nötige Agilität dazu haben. Der Körper speichert die Wärme und erlaubt es ihnen, dass sie auch abseits der Sonne jagen können, aber zwischendurch müssen sie wieder in die Sonne und Wärme aufzutanken. Bei schlechtem Wetter verkriechen sie sich logisch, auch wenn es ihnen zu wenig Sonne hat. Haben sie zu viel Sonne, auch dann verziehen sie sich in den Schatten, bis sie wieder Wärme brauchen.
Bei gleichwarmen Tieren haben wir zwar auch die Wärmeregulierung, die wir bei den Reptilien kennen, selbst als Mensch ist es uns bekannt, haben wir kalt, suchen wir ein warmes Plätzchen, und mit etwas gesundem Menschenverstand gehen wir in den Schatten, wenn die Sonne uns zu heiss wird und braten nicht stundenlang in ihr. Gerade im Sommer meiden wir auch die heissen Mittagsstunden, wenn wir können und nicht gezwungen sind, uns dann aufzuhalten. Und wenn das nicht möglich ist, versuchen wir uns zu schützen. Aber was tun wir bei Kälte, wenn wir keine Wärmequelle in der Nähe haben? Wir bewegen uns, die Muskeln erzeugen dann Wärme durch Energie, die wir uns zuvor mit dem Essen zugeführt haben. Viele Tiere haben zudem noch eine Möglichkeit, mit braunem Fettgewebe Wärme herzustellen, auch diese Wärme stammt wieder aus Energie der Nahrung.
Was tun wir bei Hitze? Wir schwitzen. Tiere können das zwar nicht, haben aber meist andere Möglichkeiten, zum Beispiel bei Hunden das Hecheln, viele Tiere haben grosse Ohren, über die Wärme abgeleitet werden kann oder auch die Beine können Wärme abführen usw.

Gimmicks in der Deguhaltung
Das finde ich ein sehr wichtiges Thema, aber auch weil sich die Diskussion im abgetrennten Beitrag so entwickelt hat, will ich eher dort oder in einem getrennten Beitrag weiter darauf eingehen, denn hier. Es sprengt für mich auch thematisch den Rahmen (-> "alles was ich schon immer mal los werden wollte"), denn sonst diskutieren wir hier letztlich wieder um ganz andere Themen.

Erfahrungen
Erfahrungen sind wichtiger als Meinungen und in dem Sinne will ich hier auch mal ein paar eigene Erfahrungen beisteuern:

Zitat:

Bei 30 Grad würden sie wahrscheinlich ne Polonäse durchs Zimmer veranstalten....

Bei mir in der Aussenhaltung suchten sie einen kühlen Ort auf und der war logischerweise nicht in ihrer Schutzhütte (die war zwar vermutlich auch eher kühl), sondern im Schatten, Tonröhre und auch ein Versteck mit kaltem Sand als Boden waren da recht beliebt. Häufig sah ich sie aber auch im Halbschatten, teils der Vorderkörper in der Sonne und den Arsch abgeschattet, lagen sie dann so auf Rindenstücke (auch das clever gewählt, da diese sich nicht so aufheizen wie Stein und wohl auch noch bequemer sind).

Was das Garen in der Sommerhitze angeht, das konnte ich auch beobachten, wobei man vielleicht auch etwas relativieren muss, es ist jetzt auch ein paar Jährchen her und meine Erinnerungen nicht immer ganz frisch, wie warm es da tatsächlich war, kann ich natürlich nicht sagen und ich beobachtete auch nie, wie lange sie tatsächlich in der Sonne rumlagen.
Aber mein Eindruck ist, dass ein naturnah gestaltetes Aussengehege mehr und bessere Möglichkeiten bietet, dass die Degus auch selbst wählen können, nicht nur zwischen Schatten und Sonne, zwischen Heiss und Kalt, sondern auch zwischen Zwischenstufen und Abstufungen an Boden und Sonne-Schattenmix, so ist zum Beispiel Sand in der Sonne heisser, ja feurig heiss, während er im Schatten richtig kühl bleibt, auch im Hochsommer, Rinde dagegen isoliert, die ist in der Sonne vielleicht warm aber doch nicht soo warm und im Schatten auch nicht soo kalt. Der Grund ist ja auch recht simpel, Sand (oder auch Stein) leitet Wärme sehr gut, im Schatten oder im Winter heisst es, wird dem Körper Wärme entzogen, die wird vom kalten Stein einfach aufgenommen/aufgesogen. Bei direkter Bestrahlung gibt er sie dagegen ab und funktioniert so wie ein Heizstein.
Ach ja, hier käme dann die Gretchenfrage für Fortgeschrittene:
Habt ihr jemals Degus in der Wildnis gesehen, die sich in der Sonne auf Steine lelgen? Falls nicht, dann wäre das vielleicht eine Motivation für den nächsten Trip nach Chile Wink. Nein Spass beiseite, aber das wäre eine Frage, die man sich stellen sollte. Ich weiss die Antwort nicht, denn ich kann von mir nicht behaupten, dass ich stundenlang Degus in der Wildnis schon beobachten konnte und schon gar nicht im Sommer.

Was den Umgang mit Kälte angeht, konnte ich auch schön beobachten in der Aussenhaltung, dass die Degus damit umgehen konnten. Selbst bei Schnee kamen sie in die schneefreien Zonen raus, flitzten dann über die hauchdünne Schneeschicht kurz durch das Gehege und schnell wieder zurück.
Eine Schwierigkeit ist jedoch, dass man sie schwerer beobachten kann, gerade auch wenn sie in der Schutzhütte waren, da kann man nicht einfach reingreifen und ich wusste auch nie, wie warm/kalt es dort wirklich wurde und ob das für den richtigen Winter (deutliche Minusgrade, nicht bloss so um die 0 Grad) gereicht hätte.

Spekulative Überlegungen

Zitat:


Ich habe einige Beispiele (Beweise) dafür, dass Degus ein eher schlechtes Einschätzungsvermögen für gut tuende Wärme haben:

- So habe ich schon beim Freilauf halbgar gewordene Degus vom Holzboden gekratzt, die der Meinung waren, sich im Hochsommer ein Lichtbad in gleißender Mittagshitze hinter der Terrassentür zu "gönnen" (diese warme Fläche war wirklich nur sehr klein, der Rest des Zimmers angenehm schattig und wohltemperiert. Aber nein, sie mußten sich genau dort niederlassen und durchgaren lassen und haben dann noch gemeckert, als ich sie hochnahm und ihnen wieder Leben einhauchen wollte..)

- Während der relativ kurzen Einsatzzeit der Heizsteine hier in meinen Käfigen hatte ich bei einigen Tieren das Gefühl, sie wären dort ebenfalls festgebacken. Sie hielten sich fast ausschließlich da drauf auf, was ich definitiv nicht gerade für das halte, was man gesund nennt.

Je älter die Tiere werden, desto schlechter können sie dabei die Wärme einschätzen, so meine Erfahrung.

Mir gingen da mehrere Gedanken durch den Kopf:

- Holzboden, Degus lechzen nach Sonne, kann es sein, dass da vielleicht auch das Angebot noch eine Rolle spielt? Ich hatte bei mir in der Aussenhaltung ja ein reichhaltiges Angebot an Möglichkeiten, nicht nur Sonne und Schatten, sondern auch Zwischenstufen und verschiedene Bodenuntergründe, die sie wählen konnten (darunter auch Stein, Sand und eben Rinde und dicke horizontale Äste). Apropos auf den Steinen sah ich sie nie sonnen, das kann aber auch damit zusammenhängen, dass sie weniger günstig gelegen waren und vielleicht auch weniger Sonne abkriegten, da sie eher im hinteren Gehegeteil waren.
Dazu, wie schon erwähnt, der Holzboden wirkt isolierend und wird nicht so heiss, das ist wahrscheinlich angenehm.

- Heizstein... joa vieles haben wir schon im anderen Thread diskutiert/angesprochen, gerade auch was Kritik und so angeht, was mir jetzt aber noch durch den Kopf ging durch die angebackenen Degus, wie sieht es aus mit dem Einfluss auf das Verhalten, auf die Aktivität? Macht so ein Stein träge und verleitet dazu zum weniger bewegen? Wie sähe es mit Aktivitätsphasen aus? Gibt es vielleicht eine gewisse Phase, in der sich der Gebrauch einpendelt mit anfänglich höheren Dosen/Nutzung bis sich das einpendelt, z.B. ähnlich wie wenn man Nüsse verfüttert? Alles was neu ist, das ist ja auch erst mal interessant...

- Könnte Wärme vielleicht auch positiv sein für die Tiere? Zum Beispiel als Mittel der Selbstmedikation? Indem der Körper auf höhere Temperatur gebracht wird, können gewisse Krankheitserreger besser abgetötet werden, das kann durch Fieber geschehen, aber es wäre ja auch denkbar, dass durch das Wärmebedürfnis die Tiere sich quasi einen "fiebrigen" Zustand durch Sonnen"überdosis" selbst zuführen...? Wie gesagt, das ist spekulativ.
Ich könnte mir vorstellen, dass es dazu möglicherweise Untersuchungen gibt, vielleicht auch was drin im Buch von Cindy Engel "Wild Health"?
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
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BeitragVerfasst am: 22.11.2014 21:24    Titel: Re: Heizstein, Rotlicht & Co für Heimtiere Antworten mit Zitat

Gerade was Degus und Wärme angeht, konnte ich damals die Wärmeliebe der Degus nicht beobachten ... im Zimmer verliefen in einer Ecke warme Heizungsrohre, außerdem war in dieser Ecke auch die Zentralheizung, dessen eines Rohr immer schön warm war.
Sowohl Ratten, als auch Meerschweinchen hab ich in dieser Ecke oft beobachten können - nicht jedoch die Degus.

Dafür hatten die Degus offenbar eine besondere Vorliebe fürs Fensterbrett ... und die Vorliebe, mitten im Zimmer sich hinzufletzen. Und wenn ich mich recht zurückerinnere, war genau hier die Sonneneinstrahlung am stärksten!
Die Chinchillas zeigen übrigens die gleiche Sonnenliebe - und das, obwohl sie eigentlich nachtaktiv sind, also in Natura vermutlich tagsüber gar nicht ihre Löcher verlassen. Dennoch lagen meine Chins mit Vorliebe auf den Fensterbrettern rum oder aber dort, wo gerade die Sonne auf den Boden schien. Dumbo wanderte sogar im Laufe des Tages mit dem Sonnenlicht mit ... auch bei mörderischen 30°C im Zimmer! Dort, wo die Sonne hinschien, war deutlich wärmer - hat Dumbo gar nix ausgemacht, er liebte es einfach in der Sonne zu liegen.
Ich vermute, daß es hier schlichtweg um die Vitamin D3-Herstellung geht ... die gleiche Sonnenliebe zeigen nämlich auch Kaninchen, und die brauchen Sonneneinstrahlung für ihre Vitamin D3-Produktion.
Ich hatte Einfachverglasung, heißt also, da kam sogar ein wenig brauchbares UV-Licht durch ...

Dumbo war übrigens nachts besonders aktiv, wenn er tagsüber besonders intensive Sonnenstrahlung hat genießen dürfen ... auch als ich die Chins draußen hatte, waren sie deutlich agiler und erschienen mir deutlich gesünder, wie in der Wohnung. Hier könnte das UV-Licht eine Rolle spielen.

Wenn kein Sonnenlicht im Angebot ist, wäre Sonnenlicht natürlicherweise überall dort zu finden, wo der Boden Wärme abstrahlt, frei nach dem Motto, wo viel Sonne ist, ist viel warmer Boden ... ist also immer noch den natürlichen Gegebenheiten näher, wie gar kein Sonnenlicht, auch wenns eigentlich nix bringt ... die armen Degus also umsonst in der nicht vorhandenen Sonne liegen ...

Meine Theorie:
Bei einem Wahlversuch kühle Ecke mit ungefiltertem Sonnenlicht vs dunkler Wärmestein wird die kühle Ecke bevorzugt.
Bei dem Wahlversuch Rotstrahler vs Schwarzlicht wird das Schwarzlicht bevorzugt.
Bei dem Wahlversuch Tageslichtlampe mit Wärmestein vs dunkle Ecke mit Rotstrahler wird der Tageslichtbereich bevorzugt.
Bei dem Wahlversucht Dunkelstrahler vs. Wärmestein bei gleichen Lichtbedingungen wird der Dunkelstrahler bevorzugt.

Theoretisch sollte sich folgende Präferenz bilden, wobei gilt, je weiter oben die Bedingung ist, desto eher wird sie bevorzugt:
- UV-Licht
- Tageslicht
- Wärmestrahlung von oben
- Bodenwärme

Diese Präferenz sollte umso besser zu sehen sein, je weniger Gesamt-UV-Strahlung die Degus abbekommen, heißt also, Degus in Außenhaltung wird man vermutlich mit Dunkelstrahlern und Heizsteinen gar nicht locken können, die haben ja pralle Sonne pur!
In Wohnungen mit Dreifachverglasungen dagegen sollten die Degus allem hinterherhechten, was nur im Entferntesten eines dieser Kriterien entspricht - heißt also, sie gehen am liebsten gar nicht mehr vom Heizstein weg, außer für dringende Bedürfnisse ... oder suchen sich ne Stelle mit Sonnenlicht, wo sie liegenbleiben, auch dann, wenn die Umgebungstemperatur für sie langsam zu einem Hitzeproblem wird. Degus sind relativ hitzetolerant, heißt also, für sie dürfte die Vitamin D Herstellung wichtiger sein, wie der Schutz vor Überhitzung.
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Murx ist die Praxis!

Ich habe es endlich amtlich (Mitgliedsausweis der Piratenpartei):
"Der Besitzer dieses Dokumentes ist berechtigt, sich seines Verstandes zu bedienen, Informationen zu produzieren, replizieren und konsumieren, sich frei und ohne Kontrolle zu entfalten in Privatsphäre und Öffentlichkeit.

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BeitragVerfasst am: 24.11.2014 19:24    Titel: Re: Heizstein, Rotlicht & Co für Heimtiere Antworten mit Zitat

Gerade das mit den Chinchillas finde ich äusserst interessant. Aber jetzt mal ganz pragmatisch, wer versichtert uns, dass Chinchillas in der Wildnis tagsüber auch ja nicht in der Sonne dösen, sagen wir geschützt zwischen Dornensträuchern oder im Eingang von Erdhöhlen oder Frasshöhlen, die sie in die Puyas genagt haben? Kommt ein Feind, sind sie schnell in der Höhle verschwunden und sagen wir sie verbringen nur 2-3 Stunden dösend an der Sonne, dann wäre immer noch genügend Zeit für einen tieferen Schlaf im Innern der sicheren Höhle. Wäre sowas nicht plausibel?

Für mich schreit das eigentlich danach, dass man versuchen würde (wer die Möglichkeit dafür hat, versteht sich Wink ), dass man Chinchillas in einer sehr naturnahen Umgebung halten würde, zumindest durch die warme Jahreszeit und draussen, ggf. müsste man ein bisschen abdecken (zumindest zeitweise, wenn es viel regnet oder so), damit man ein arideres Klima bekäme, dann ein sandiger Boden, mediterrane, stachelige Gewächse, mediterrane ein- und mehrjährige Kräuter und schon käme man der ganzen Sache schon recht nahe. Ggf. bräuchte es künstliche Erdhöhlen halt. Grosse Puyas wären zwar toll, in die sie sich Verstecke nagen könnten, aber wahrscheinlich nicht sehr realistisch für die Umsetzung, ggf. wären Agaven ein Ersatz, wobei die schon wieder ziemlich anders sind, vermutlich auch im Geschmack, Rohfasergehalt/Zusammensetzung der Faserfraktionen etc.

Zitat:

Diese Präferenz sollte umso besser zu sehen sein, je weniger Gesamt-UV-Strahlung die Degus abbekommen, heißt also, Degus in Außenhaltung wird man vermutlich mit Dunkelstrahlern und Heizsteinen gar nicht locken können, die haben ja pralle Sonne pur!

Müsste man mal ausprobieren, ich könnte mir gut vorstellen, dass das sehr zutreffend wäre.
Inwiefern Dunkelstrahler/Heizsteine bei schlechtem Wetter genutzt würden, wäre aber vermutlich dann wieder ein anderes Thema. Wobei ich mich da auch frage, ob es einen Nutzen bringt...
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Beiträge: 4618
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 24.11.2014 21:27    Titel: Re: Heizstein, Rotlicht & Co für Heimtiere Antworten mit Zitat

Zitat:
Gerade das mit den Chinchillas finde ich äusserst interessant. Aber jetzt mal ganz pragmatisch, wer versichtert uns, dass Chinchillas in der Wildnis tagsüber auch ja nicht in der Sonne dösen, sagen wir geschützt zwischen Dornensträuchern oder im Eingang von Erdhöhlen oder Frasshöhlen, die sie in die Puyas genagt haben? Kommt ein Feind, sind sie schnell in der Höhle verschwunden und sagen wir sie verbringen nur 2-3 Stunden dösend an der Sonne, dann wäre immer noch genügend Zeit für einen tieferen Schlaf im Innern der sicheren Höhle. Wäre sowas nicht plausibel?

Wäre plausibel und würde erklären, weshalb Chinchillas so gut wie nix Tierisches fressen ... sie würden so jedenfalls genügend Sonne für Vitamin D3-Herstellung abbekommen.
Allerdings hat meines Wissens noch nie jemand wildlebende Chins beim Sonnenbaden erwischt ... allerdings scheint eh kaum jemand mal wildlebende Chins zu Gesicht bekommen zu haben, weil die so heimlich sind.
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