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Köhlerschildkröten (Chelonoides carbonaria) arterecht halten

 
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8573
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 12.05.2012 17:05    Titel: Köhlerschildkröten (Chelonoides carbonaria) arterecht halten Antworten mit Zitat

Huhu,

ich kann und will das Thema hier nicht umfassend abhandeln, aber es ist wieder einmal einer dieser interessanten Funde, die ich hier teilen möchte.

Auch bei der Haltung von Reptilien sind gute Quellen oft schwierig zu bekommen, gerade auch, da meist die Zeit und die Übersicht fehlt, am richtigen Ort zu suchen.

Vor einigen Jahren hat aber der Biologe Christian Neumann in der Zeitschrift Terraria einen sehr lesenswerten Beitrag verfasst über Erkenntnisse aus der Literatur, Wildnis (inklusive seinen eigenen Beobachtungen aus 2 Jahre Feldforschung) und auch Erfahrungen aus der Haltung dieser Tiere hier in Europa und in ihrer Heimat in Venezuela (Köhlerschildkröten kommen mehr oder weniger auf dem ganzen südamerikanischen Kontinenten vor) einfliessen lassen:

Neumann, C. (2007): Anspruch und Wirklichkeit: zur naturnahen Haltung und Nachzucht der Köhlerschildkröte (Chelonoidis carbonaria). Terraria 7: 15-21.

Zitate:

Thema Allesfresser:

Zitat:

Der Allesfresser ist nicht Allesfresser, weil er alles gerne frisst, sondern weil ihm eine einzelne, alle ernährungsphysiologischen Bedürfnisse deckende Nahrungsquelle nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Sprich: Entweder ernährt er sich von dem, was ihm andere Arten übrig lassen, oder die Nahrung tritt im Jahreszyklus saisonal auf. Für den Allesfresser "Köhlerschildkröte" trifft beides zu.

Quelle: Neumann 2007: 17.


Thema Früchte produzierende Bäume in Kultur und Wildnis:

Zitat:

Dass eine Mehrzahl an Köhlerschildkröten während der letzten Jahrzehnte hauptsächlich mit Früchten ernährt wurde, begründet sich auf Freilandbeobachtungen an Schildkröten, die vermehrt unter Obstbäumen gesehen wurden (vgl. Freiberg 1971). Ich konnte in Venezuela Ähnliches beobachten, doch betraf dies vor allem Obstplantagen mit Nutzpflanzen (z. B. Mango), die über Monate Früchte produzieren. In der vom Menschen nicht beeinflussten Natur (insbesondere in trockenen Savannen) dagegen gibt es kaum Baumarten mit fleischigen Früchten. Ausserdem bilden solche Baumarten ihre Früchte nur in einem Zeitraum von wenigen Tagen im Jahr, meist während der Regenzeit.

[...]

[Literatur]

Freiberg, M.A. (1971): El mundo de las tortugas. - Ed. Albatros, Buenos Aires

[...]

Quelle: Neumann 2007: 18.


Neumann erwähnt ferner, dass nach dem ersten Regen die Böden der Savannen und Trockenwälder mit frischem Grün, sprich Kräuter und Gräser überzogen werde, welches den Reptilien wohl als Nahrung diene. Dazu sollen Früchte und bei schlechterer Verfügbarkeit solcher nahrhafter Nahrung auch Blätter von Kakteen (Opuntien usw.) gefressen werden.

Zum Thema Selektion:

Zitat:

Unter Berücksichtigung der natürlichen Lebensweise sollte man in der Haltung nicht auf die Nahrungspräferenzen der Spezies fokussieren. Ein Generalist mit opportunistischer Ernährungsweise wird immer das Futter bevorzugen, das nährstoffreich, aber in der Natur schwer zugänglich ist. Um wes unwissenschaftlich auszudrücken: Ein Generalist weiss nicht, was gut für ihn ist, weil er in der Natur nie vor die Wahl gestellt wird. Hier muss der Halter eingreifen, indem er für seine Pfleglinge einen ausgewogenen Ernährungsplan entwickelt.

Quelle: Neumann 2007: 18.


Zumindest bei Kleinsäuger könnte man bei einer solchen Aussage Fragezeichen anbringen, da es dort durchaus Regulationsmechanismen gibt, die eine solch einseitige Ernährung verhindern, selbst wenn Nahrung frei und reichlich verfügbar ist. Aus biologischer Sicht sind solche Regulationsmechanismen auch sinnvoll und nachvollziehbar.
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