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 Betreff des Beitrags: "Anorexie" bei Nagern?
BeitragVerfasst: 30.01.2008, 01:32 
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Huhu,

da stösst man teils schon auf seltsam anmutende Dinge. Bei Birgit Drescher lese ich doch tatsächlich was über Anorexie bei Nagern:
http://www.birgit-drescher.de/kaninchen06.html

Worum geht es? Wenn Tiere nicht fressen wollen. Ich weiss ja nicht ob es nur mir so geht, ich finde Wortwahl für die Bezeichnung dieses Phänomens irgendwie etwas verfehlt, zumal ich mit Anorexie doch eher Magersucht bei Menschen und daher eher eine psychische Störung damit verbinde. Hierbei geht es aber doch eher um eine physische Sache... oder wie seht ihr das?

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.01.2008, 15:41 
Hallo!

Von dieser Tierärztin habe ich bis jetzt nur gutes gehört.
Sie ist nicht weit weg von uns und wir wollten sie bei "Bedarf" aufsuchen.

"Anorexie" ist der medizinische Begriff für Appetitlosichkeit. (verschiedene Ursachen wie Zahnprobleme, psyche usw.)
"Anorexia nervosa" ist der medizinische Begriff für Magersucht (Ursache psyche). Wird aber oft nur verkürzt "Anorexie" genannt.

Ich würde schon sagen, dass hier das Wort Anorexie zu trifft ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: "Anorexie" bei Nagern?
BeitragVerfasst: 30.01.2008, 16:04 
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Sie führt halt eine seltsame Differenzierung zwischen Anorexie und Inappetenz ein. Und da ich (man?) mit Anorexie hauptsächlich Anorexia nervosa verbinde, gehts mir wie Dir; die Wortwahl ist seltsam... Und führt geradewegs zu Bachblüten bei Vollmond für die Psyche? :)


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 Betreff des Beitrags: Re: "Anorexie" bei Nagern?
BeitragVerfasst: 30.01.2008, 22:13 
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Moderator und Technik
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Zitat:
Von dieser Tierärztin habe ich bis jetzt nur gutes gehört.

Ich möchte hier niemanden schlecht machen, aber ich musste halt lernen, dass auch solche Leute eben bloss Menschen sind. Das eindrücklichste Erlebnis, in einem Artikel über Meerschweinchen beschreibt sie sehr schön das Thema Koprophagie (Kotfressen) bei Meerschweinchen und wie dieser Blinddarmkot aussieht. Das ganze hatte aber einen kleinen aber bedeutenden Schönheitsfehler. Was sie da beschrieb, war 1:1 übereinstimmtend mit dem was ich über Koprophagie bei Kaninchen gelesen habe, unterscheidet sich aber bedeutend von der Koprophagie bei Meerschweinchen. Denn der Blinddarmkot der Meerschweinchen ist weder traubenförmig, noch besitzt er eine Schleimschicht, noch wird er unzerkaut heruntergeschluckt und verweilt dann durch die Schleimschicht geschützt im Magen. Er sieht gleich aus wie normaler Kot und unterscheidet sich bloss durch seine Zusammensetzung. Beim Fressen wird er gekaut und ist im Magen nicht mehr nachweisbar (also nix mit schützender Schleimschicht). Da frage ich mich halt, bei der Fachliteratur sich vergriffen oder blosser Zeitmangel, dass dann vom Kaninchen auf das Meerschweinchen geschlossen wurde? Was auch immer es war, m.E. hätte sowas nicht passieren dürfen und hätte sie in ihrem Artikel auch ihre Fachquellen ausgewiesen, wie das zu seriösen Artikeln gehört, hätte man wohl auch schnell gesehen, ob es mangelde Recherchearbeit war oder ein Fehlgriff bei der Literatur oder was auch immer. So ein Literaturverzeichnis schützt letztlich auch den Autor, der sich damit absichern kann, aber er kann sich dann halt auch nicht dadurch schützen, dass er etwas aus den Fingern saugt und auf zeitaufwändiges Nachrecherchieren der Fakten, die man einbringen will, verzichtet.

@B.
*gg* hey, da nimmst mir die Worte aus dem Mund. Mir war auch spontan Inappetenz eingefallen, welches m.E. angebrachter wäre... aber vielleicht sind wir da alle etwas geschädigt und sollten uns erst mal die volle Dröhnung Bachblüten zu Vollmond geben um diese feinen Nuancen auf neue Art und Weise zu erleben und erfahren.
(und vielleicht reichen auch bloss ein paar Gläser Grüne Fee... das soll schon frührere Künstler wie van Gogh zu Meisterwerke beflügelt haben soll ;) )

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 Betreff des Beitrags: Re: "Anorexie" bei Nagern?
BeitragVerfasst: 30.01.2008, 22:31 
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Pyramidenspitze
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Bei Frau Dr. Drescher ist es Zeitmangel ... dazu kommt, daß es scheinbar bei deutschen Veterinärmedizinern nicht ganz so genau genommen wird mit einer korrekten Literaturarbeit. Mir fällt immer häufiger auf, wenn irgendwo ne Literaturliste angehängt ist, hat sie entweder nicht viel mit dem behandelten Thema zu tun, oder ist rein deutsch oder von Waltham finanziert - oder alles drei zusammen.

Ich muß ganz ehrlich sagen, was die Veterinärmedizin angeht, bin ich schwer enttäuscht ... und ich glaub nicht mal, daß die Leute wirklich mutwillig handeln, sie scheinen es einfach nicht besser zu wissen.
Die Folge ist nun, daß in einigen Punkten das in Deutschland verbreitete Wissen genau das Gegenteil ist, was im englischsprachigen Ausland verbreitet wird und als gesichertes Wissen gilt ...

So - bitte weist mir jetzt nach, daß dieser Eindruck, den ich die letzten Monate bekommen hab, nur meinem maroden Hirn entspringt und stellt mein Weltbild wieder her ...

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zum Thema Chinforen: Da muasch drieberschdeiga end derfsch di ned drum bucka


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 Betreff des Beitrags: Re: "Anorexie" bei Nagern?
BeitragVerfasst: 30.01.2008, 22:39 
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Da sind noch andere Passagen seltsam. Z.B. folgendes:

Zitat:
Auf diese Weise sind diese Tierarten in der Lage, aus zellulosereichen Futtermitteln – die keinerlei sonstige Inhaltsstoffe wie Proteine, Fette, Kohlenhydrate oder Vitamine beinhalten müssen – alle für sie essentiellen Nährstoffe selbst zu synthetisieren. Das Meerschweinchen ist lediglich auf die Zufuhr von Vitamin C angewiesen...
http://www.birgit-drescher.de/kaninchen02.html

1. Keinerlei sonstige Inhaltsstoffe außer Zellulose?
2. Reicht es dann wenn ich Koprophagen Zellstoff in den Käfig werfe?
Und ich brauche mir keine Gedanken über Ernährung zu machen, da sie ja alles essentielle selbst synthetisieren? :D

EDIT: Das mit dem andersartigen Blinddarmkot hält sich auch bei Chinchillas als Gerücht hartnäckig in manchen Kreisen...


Zuletzt geändert von Johnny99 am 30.01.2008, 22:41, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Anorexie" bei Nagern?
BeitragVerfasst: 30.01.2008, 22:39 
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Ja genau das habe ich vermutet. Doch birgt dieser Zeitmangel nicht auch Gefahren? Letztlich ist es doch ein Frage der Prioritätssetzung. Keine Zeit haben wir alle, die engagiert sind und die TÄs und Wissenschaftler haben noch weniger davon.

Zitat:
Ich muß ganz ehrlich sagen, was die Veterinärmedizin angeht, bin ich schwer enttäuscht ... und ich glaub nicht mal, daß die Leute wirklich mutwillig handeln, sie scheinen es einfach nicht besser zu wissen.

Jetzt wo du es sagst, ich habe irgendwie genau den selben Eindruck auch kürzlich als ich eine Vetmed-Zeitschrift studierte, welche verschiedene Nager porträtierte. Die Literaturlisten da waren armselig, für das was ich sonst von Mammalogen und Verhaltensbiologen kenne. Ich könnte was vergleichbares wohl in 1-2 Stunden mit Scholar-Google ohne Vorkenntnisse der Literatur aus dem Fachgebiet ergooglen. Ich muss da allerdings noch erwähnen, dass es amerikanische Literatur war, also scheint es nicht nur den Europäischen Vet-Meds so zu ergehen. Handkehrum hast du auch Vet-Meds, die für renomierte Fachzeitschriften wie Laboratory Animals, Ilar Journal und wie sie alle heissen, schreiben und dafür doch tiefer in die Literatur und die Thematik einsteigen, wie wir das halt auch von den Verhaltensbiologen gewohnt sind bezüglich Detailtiefe und Qualität.

@B
Schluss jetzt, genau das hatten doch schon Helmi und Co. damals in einer ihrer Fütterungsthreads angekreidet ;).

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 Betreff des Beitrags: Re: "Anorexie" bei Nagern?
BeitragVerfasst: 30.01.2008, 23:29 
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Ha! Und ich zweifelte hier schon wieder an meinen kognitiven Fähigkeiten. :D
Ich war mir nämlich sicher, dass sie das dort hatten, finde es aber nicht mehr, obwohl sie es zitiert haben, wenn ich mich nicht irre. Doch etwa keine Zensur bei kaninchenzucht?


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 Betreff des Beitrags: Re: "Anorexie" bei Nagern?
BeitragVerfasst: 31.01.2008, 00:47 
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Also vor kurzem war es noch dort, nämlich als ich mich durch die Threads wühlte (dürfte also so vor 3 bis 6 Monate gewesen sein) und nein ich glaube nicht an Paranoia. Wenn die so lange ruhten, wieso sollte nun editiert werden? Und übrigens war es nicht der Text von Dreschers HP sondern ein Text, welchen sie Christine aka. Feng zur Verfügung stellte... gut möglich, dass da dann auch noch Wortlaute voneinander abweichen könnten.

edit, Nachtrag:
Zitat:
Die Literaturlisten da waren armselig, für das was ich sonst von Mammalogen und Verhaltensbiologen kenne. Ich könnte was vergleichbares wohl in 1-2 Stunden mit Scholar-Google ohne Vorkenntnisse der Literatur aus dem Fachgebiet ergooglen. Ich muss da allerdings noch erwähnen, dass es amerikanische Literatur war, also scheint es nicht nur den Europäischen Vet-Meds so zu ergehen.

Um es zu präzisieren, die Literaturlisten bestanden aus etwa 1-3 Quellen, wobei 3 schon die Obergrenze war und das für 1/2 bis 1 A4 Seite Text (!). Weiteres auffälliges Merkmal, dass es Bücher (=Sekundärliteratur) waren und kaum älter als 1990. Da fängt man dann schon an nachzudenken, wenn man sonst über Artikel brütet, die nur so gespickt sind von Quellverweisen... wie heisst es so schön? Abschreiben von einer Quelle ist Plagiat, abschreiben von mehreren Quellen dagegen wissenschaftliches Arbeiten ;). Und ganz falsch scheint dieser Spruch nicht zu sein, denn es gibt durchaus einen gewissen Zusammenhang (ok, nicht immer zwingend) zwischen der Menge an zitierter Literatur und der Qualität des Textes. Es macht m.E. einen grossen Unterschied ob ich mich auf 2 Quellen stütze für einen Text oder auf sagen wir 7 oder 15 Quellen. Dann kommt es natürlich darauf an, was ich daraus mache und ab einer gewissen Menge an Quellen fallen weitere auch nicht mehr so ins Gewicht. Dazu spielt die Qualität der Quellen eine Rolle, mit schlechten Quellen sind die Grundvoraussetzungen schon mal schlecht und folglich ist nicht viel zu erwarten.Und hier kommt dann ein weiterer Faktor dazu, hat man mehrere Quellen kann man vergleichen und wenn man nicht gerade unbegabt ist, sollte man dann Qualitätsunterschiede der Quellen bemerken und damit umgehen können... alles in allem kann man eigentlich wirklich sagen, eine gute Literaturliste bildet ein gutes Fundament für einen guten Artikel. Was man letztlich daraus macht ist wieder eine andere Geschichte, aber wenn schon das Fundament schlecht ist, wie will man dann darauf einen guten Artikel aufbauen? Mit eigener Kompetenz das ausgleichen? Wenn man schon bei der Wahl guter Literatur Mühe hat? Da kann man sich dann schon fragen. Daher ist m.E. die Literaturliste auch Aushängeschild eines Artikels mit einem Mehrwert, der wohl nur wenigen bewusst ist und erst mit der Erfahrung den meisten bewusst wird (auch ich hatte anfänglich das Literaturverzeichnis nicht mitkopiert um Aufwand zu sparen... später ärgerte ich mich dann darüber, als ich Quellen nachschlagen wollte).

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